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Verband gegen Gesetz zu langen Wartezeiten bei Ärzten

Ärzte beklagen mangelnde Termintreue der Patienten

Die deutschen Kassenärzte sind gegen eine gesetzliche Regelung, damit Patienten nicht mehr so lange auf einen Arzttermin warten müssen.

Berlin - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt die Koalitionspläne für ein Terminvergabe-Gesetz ab und will das Problem langer Wartezeiten in eigener Regie lösen. "Wir werden eine Lösung anbieten", sagte der KBV-Vorstandschef Andreas Gassen nach Angaben der Vereinigung am Rande des Deutschen Ärztetages in Düsseldorf. "Was wir ablehnen, ist eine rigide Vorgabe, nach der bundesweit einheitlich verfahren werden muss." Dazu sei das Problem zu vielschichtig.

Die KBV werde den Regionen deshalb weitgehende Gestaltungsmöglichkeit einräumen, damit sie ihre Angebote auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abstimmen könnten. "Solange Praxen aufgrund des starken Patientenandrangs schlichtweg überlastet sind, wird auch ein Terminmanagement nicht helfen", sagte Gassen weiter. Er wies darauf hin, dass das Terminmanagement Sache der Praxen sei. Die Ärzte könnten am besten entscheiden, wie sie die Patientenströme kanalisieren. "Dass dabei nicht jeder Patient seinen Wunschtermin bekommt und weniger dringende Termine auch mal aufgeschoben werden, ist leider nicht zu vermeiden", fügte er hinzu.

Ähnlich wie Gassen hatte sich auf dem Ärztetag zuvor Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery geäußert, während Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Koalitionspläne dort verteidigte. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen Servicestellen einrichten sollen, über die gesetzlich Versicherte innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin erhalten sollen.

Gassen beklagte zudem, dass Patienten Termine nicht wahrnähmen, ohne dies der Praxis vorher mitzuteilen. "Diese Termine stehen für andere Patienten, die vielleicht dringend einen Arzt konsultieren müssen, nicht zur Verfügung", sagte der KBV-Chef. "Hier wünschen wir uns ein größeres Verantwortungsbewusstsein der Patienten."

(xity, AFP)


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