10.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verband fordert bessere Versorgung von HIV-infizierten Kindern

Verband fordert bessere Versorgung von HIV-infizierten Kindern

Jedes zweite betroffene Kind ohne optimale Behandlung

Der Bundesverband Kinderhospiz hat eine bessere Versorgung von HIV-infizierten Kindern weltweit gefordert.

Berlin - Während in Deutschland Aids kein Todesurteil mehr sei, werde jedes zweite der weltweit 1,8 Millionen infizierten Kinder nicht angemessen therapiert, erklärte der Verband am Freitag anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tages.

Nur 52 Prozent aller HIV-infizierten Kinder bis 14 Jahren erhalten nach neuesten Schätzungen von UNAIDS, dem gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen gegen HIV und Aids, eine optimale Behandlung. "Mit den nötigen Medikamenten könnten sie gut leben und alt werden", erklärte Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. Ohne diese Versorgung drohe den Mädchen und Jungen unnötiges Leid und ein unnötiger Tod. 2017 starben nach UNAIDS-Schätzungen weltweit rund 110.000 Säuglinge und Kinder bis 14 Jahren an Aids, zehn Jahre zuvor waren es noch 250.000.

In Deutschland ist die Zahl der HIV-Neuansteckungen insgesamt im vergangenen Jahr auf schätzungsweise rund 2700 gesunken. Ende 2017 lebten hierzulande etwa 86.100 Menschen mit HIV-Infektion, schätzungsweise 11.400 wussten demnach nichts von ihrer Ansteckung.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Deutschlands forderte eine Stärkung der HIV-Prävention. Voraussetzung dafür sei, dass die Betroffenen "ein angst- und diskriminierungsfreies Leben führen können". Zudem müsse die soziale Situation von Menschen mit HIV und Aids verbessert werden. Es sei für sie nicht möglich, neben der staatlichen Alterssicherung oder der Riester-Rente eine private Alterssicherung zu erreichen, da private Versicherungen solche Verträge ablehnten. Es drohe eine Abwärtsspirale in die Verarmung.

(xity, AFP)


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