Verbände fordern von künftiger Regierung Konzept gegen Kinderarmut

Grundsicherung für Kinder soll die Lage Bedürftiger verbessern

Sozialverbände in Deutschland haben von der nächsten Bundesregierung einen entschlosseneren Kampf gegen Kinderarmut verlangt. Nur ein umfassendes Reformkonzept wie die Kindergrundsicherung könne die Kinderarmut spürbar lindern, hieß es.

Sozialverbände in Deutschland haben von der nächsten Bundesregierung einen entschlosseneren Kampf gegen Kinderarmut verlangt. Nur ein umfassendes Reformkonzept wie die Kindergrundsicherung könne die Kinderarmut, die in Deutschland jedes dritte Kind betreffe, spürbar lindern, erklärte das Bündnis Kindergrundsicherung am Dienstag. "Eine konzeptionell vollständig durchdachte Kindergrundsicherung gehört in den nächsten Koalitionsvertrag und muss ein zentrales sozialpolitisches Projekt der nächsten Bundesregierung werden", erklärte Jens Schubert, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt und Sprecher des Bündnisses.

Heinz Hilgers, der Präsident des Kinderschutzbundes, beklagte, dass die Kinderarmut in Deutschland seit Jahren "anhaltend hoch" sei. Das Problem sei erkannt, es werde politisch aber zu wenig dagegen getan. "Jede Partei, die der zukünftigen Bundesregierung angehören will, muss dieses Thema auf ihrer Agenda und ein Konzept zur Bekämpfung der Kinderarmut in ihrem Programm haben."

Das Bündnis verwies auf eine Forsa-Umfrage, derzufolge sich 76 Prozent der Befragten für eine Kindergrundsicherung aussprechen. Für eine Kindergrundsicherung plädieren in ihren aktuellen Wahlprogrammen SPD, Grüne und Linke.

Die Pläne laufen darauf hinaus, dass die Kindergrundsicherung als eigenständige Leistung für Kinder gezahlt wird und bestehende staatliche Einzelmaßnahmen wie Kindergeld, Kinderzuschlag sowie Hartz IV für Kinder bündelt und ersetzt. Dem Bündnis Kindergrundsicherung gehören gegenwärtig 17 Verbände an.

© 2021 AFP