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USA verteidigen Kürzungen beim Jugendaustausch

Außenminister Kerry: "Weiter größtes Austauschprogramm"

Kürzungen beim Parlamentarischen Patenschaftsprogramm sorgen Kritiker.

Berlin - US-Außenminister John Kerry hat die Kürzungen beim Jugendaustausch zwischen Deutschland und den USA verteidigt. Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) bleibe "weiter das größte Austauschprogramm zwischen den Vereinigten Staaten und irgendeinem Land in der Welt", sagte Kerry bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington.

Mit den Kürzungen beim PPP könnten andere Austauschprogramme mit "hoher Priorität" finanziert werden, etwa mit der Ukraine, Georgien und den baltischen Staaten. "Wir versuchen, unsere Netzwerke in den Randbereichen dieser Region zu stärken", sagte Kerry.

Derzeit bekommen jährlich rund 700 Schüler und junge Berufstätige aus den USA und Deutschland über das PPP ein Stipendium für ein Austauschjahr. Das US-Außenministerium hat seinen Anteil an dem seit über 30 Jahren bestehenden Programm von jährlich vier auf zwei Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) pro Jahr gekürzt. In diesem Jahr hat Deutschland den Fehlbetrag für den Aufenthalt der amerikanischen Austauschschüler übernommen - als Dauerlösung dürfte das aber wohl nicht in Betracht kommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte sich persönlich für den Erhalt des Programms in seiner jetzigen Form stark: Während ihrer USA-Reise Anfang Februar setzte sie sich bei Präsident Barack Obama für diese Sache ein, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtete. Der Alumni-Verein des Programms startete die Petition "Save PPP", unter der nach Angaben der Organisatoren bereits mehr als 18.000 Unterschriften stehen.

Der republikanische Kongressabgeordnete Charlie Dent sagte bei der Anhörung, dass in der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe "ernste Besorgnis" über die Kürzungen beim PPP herrsche. "Dieses Programm ist wesentlich, um die starken Beziehungen zwischen unseren Ländern aufrecht zu erhalten", sagte Dent. Ein Vertreter des US-Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Regierung angesichts der allgemeinen Budgetkürzungen "schmerzhafte Entscheidungen" habe treffen müssen. Die Tatsache, dass das PPP das größte Austauschprogramm des Ministeriums bleibe, zeige aber die Bedeutung, die Washington Deutschland und der transatlantischen Partnerschaft weiterhin beimesse.

Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm war 1983 anlässlich des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung in die USA vom US-Kongress und dem Deutschen Bundestag ins Leben gerufen worden. Die Teilnehmer leben in Gastfamilien, besuchen örtliche Schulen oder arbeiten als junge Berufstätige in Betrieben. So soll ein Netzwerk persönlicher Verbindungen zwischen jungen Menschen in den USA und in Deutschland geknüpft werden. Der Bundestag finanzierte die Stipendien der etwa 350 Teilnehmer bislang mit fünf Millionen Euro pro Jahr.

(xity, AFP)


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