15.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Unklarheit vor dritter Tarifrunde im öffentlichen Dienst

Unklarheit vor dritter Tarifrunde im öffentlichen Dienst

Polizeigewerkschaft: kein gemeinsamem Nenner in Sicht

Vor der dritten Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat die Arbeitnehmerseite die Aussichten auf baldige Einigung sehr unterschiedlich eingeschätzt.

Berlin - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, in zentralen Punkten seien Arbeitgeber und die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes "von einem gemeinsamen Nenner noch weit entfernt". Der Chef des deutschen Beamtenbundes (dbb), Klaus Dauderstädt, schloss hingegen eine Einigung in der kommenden Woche nicht aus.

Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow erklärte in Berlin, die fast flächendeckenden Warnstreikaktionen der vergangenen Woche hätten deutlich gemacht, "wie hoch der Druck im Kessel der Beschäftigten ist". Zwar hätten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in Detailfragen bei der zweiten Verhandlungsrunde schon aufeinander zu bewegt. Nun gehe es aber darum, "den Knoten durchzuschlagen".

Dbb-Chef Dauderstädt erklärte in der "Welt am Sonntag", er sei "nach der konstruktiven zweiten Runde eigentlich optimistisch, dass wir zu einer Lösung kommen". Sollte es keine Einigung geben, "würden wir wohl in Richtung Schlichtung marschieren", fügte er hinzu.

Insgesamt hatten vergangene Woche nach Gewerkschaftsangaben mehr als 200.000 Mitarbeiter von Bund und Kommunen die Arbeit vorübergehend niedergelegt. Ihren Höhepunkt erreichte die Warnstreikwelle am Donnerstag mit mehr als 100.000 Streikenden in zehn Bundesländern.

Die Tarifverhandlungen für die 2,1 Millionen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen werden am Montag und Dienstag in Potsdam fortgesetzt. Verdi und die anderen Gewerkschaften fordern ein monatliches Lohnplus von 100 Euro sowie eine Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung nach 100 Euro pauschalem Lohnplus für alle ab, sind aber nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas De Maizière (CDU) zu einer "sozialen Komponente" bereit.

(xity, AFP)


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