17.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Union warnt vor Vorruhestand mit 60 Jahren

Union warnt vor Vorruhestand mit 60 Jahren

Bei frühzeitigem Eintritt drohen hohe Abschläge

Die Union warnt vor der vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Teilen der SPD geforderten Einführung eines flexiblen Renteneinstiegs ab 60 Jahren.

Berlin - Viele Bürger vergäßen, dass eine Frühverrentung mit hohen Einkommenseinbußen verbunden sei, die in die Altersarmut führen könnten, sagte der sozialpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling (CDU), der "Süddeutschen Zeitung".

Wer statt mit 65 mit 60 Jahren in den Ruhestand gehe, müsse nicht nur einen Abschlag von rund 20 Prozent verkraften, sagte Schwiewerling dem Blatt. Vielmehr verzichte er auch auf jene 12,5 Prozent, um die die Rente höher ausfallen würde, wenn zwischen dem 61. und dem 65. Lebensjahr weiter Beiträge gezahlt würden. Allein letzterer Punkt schmälere die Altersbezüge eines Durchschnittsverdieners um 140 Euro pro Monat.

Viele, die mit 60 aus dem Beruf ausschieden, würden am Ende mehrere hundert Euro im Monat weniger an Rente beziehen als Kollegen, die über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiteten. "Solche Teilrentenmodelle sind daher gefährlich und auch nur für Besserverdiener umsetzbar", warnte der CDU-Politiker. Nur diese könnten es sich leisten, die Abschläge durch zusätzliche Beiträge oder Ersparnisse auszugleichen. Wer hingegen über die Regelaltersgrenze berufstätig bleibe, erhöhe seine monatliche Rente mit jedem weiteren Arbeitsjahr um zusätzlich sechs Prozent.

Union und SPD hatten in ihrem Rentenpaket die Möglichkeit für Arbeitnehmer verankert, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Eine Arbeitsgruppe, die am Donnerstag erstmals tagt, soll bis zum Herbst Einzelheiten festlegen. Der Gruppe gehören neben Vertretern der Regierung und der Fraktionen auch die Sozialpartner an.

Während es CDU und CSU zuvorderst darum geht, den Arbeitnehmern bessere Möglichkeiten für einen späteren Renteneintritt zu eröffnen, hat der DGB vor allem einen früheren Ruhestand im Sinn: Nach den Vorstellungen der Gewerkschaften sollen Beschäftigte künftig bereits mit 60 Jahren statt wie bisher mit 63 Jahren eine Teilrente beziehen können. Die Arbeitgeber lehnen das strikt ab.

(xity, AFP)


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