19.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Union mahnt Umsetzung schärferer Prostitutionsgesetze an

Union mahnt Umsetzung schärferer Prostitutionsgesetze an

CDU/CSU will Altersgrenze auf 21 Jahre anheben

Anlässlich des "Internationalen Hurentages" hat die Union im Bundestag die Umsetzung der geplanten Gesetzesverschärfungen zur Prostitution angemahnt.

Berlin - "Es darf nicht sein, dass Prostitution und Menschenhandel in Deutschland für die Hintermänner so lukrativ sind", erklärte die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), in Berlin. Deshalb müsse diesem "Geschäftsmodell" der Boden entzogen werden.

Vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft werde über Menschenhandel, Kinderprostitution und Sextourismus in Brasilien berichtet, bemerkte Winkelmeier-Becker. "Dabei wird vergessen, dass es auch in Deutschland Zwangsprostitution und Menschenhandel gibt." Winkelmeier-Becker bekräftigte die Forderung nach Einführung einer behördlichen Erlaubnispflicht von Prostitutionsstätten, die mit besseren Kontrollbefugnissen durch die Polizei verbunden werden solle.

Zudem solle klargestellt werden, dass es kein Weisungsrecht der Zuhälter gibt: "Die Frauen dürfen nicht zu menschenunwürdigen Praktiken gezwungen werden können." Den Wucherpreisen bei den Zimmervermietungen, die die Frauen oft zahlen müssen, "muss ebenfalls ein Riegel vorgeschoben werden".

Die CDU-Politikerin erneuerte zugleich die Forderung nach einem Strafgesetz gegen Freier, die wissentlich eine Zwangslage der Opfer ausnutzen und zu sexuellen Handlungen missbrauchen.

Außerdem solle eine Anmeldepflicht für Frauen eingeführt und die Altersgrenze für die Ausübung der Prostitution auf 21 Jahre angehoben werden. "Ebenfalls wollen wir bessere Ausstiegshilfen aus der Prostitution und für Opfer von Menschenhandel ein verbessertes Aufenthaltsrecht einführen." Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) müsse zügig einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen.

Am "Internationalen Hurentag" fordern Prostituierte seit mehreren Jahrzehnten weltweit bessere Arbeitsbedingungen, wenden sich aber auch gegen Gewalt und Ausbeutung. Auslöser war die Besetzung einer Kirche in Lyon am 2. Juni 1975 durch mehr als 100 Prostituierte.

(xity, AFP)


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