24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Union diskutiert über mögliche Zusammenarbeit mit AfD

Union diskutiert über mögliche Zusammenarbeit mit AfD

Fraktionschef Kauder will Partei indes nicht beachten

In der Union gibt es Diskussionen über eine Zusammenarbeit mit der eurokritischen AfD.

Politik - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch empfahl in "Spiegel Online", die AfD als künftigen Koalitionspartner der Union in Erwägung zu ziehen. Zur Begründung sagte Willsch, dass es mit der AfD eine größere Übereinstimmung gebe als beispielsweise mit SPD oder Grünen. Dagegen empfahl Unions-Fraktionschef Volker Kauder, die AfD möglichst gar nicht zu beachten.

"Wir müssen für künftige Koalitionen nüchtern darauf blicken, mit wem wir die größten Schnittmengen haben: mit der SPD, mit den Grünen oder mit der AfD? Da sehe ich die größten Schnittmengen mit der AfD", sagte Willsch. Als Beispiel nannte er die Europapolitik, wo Union und AfD gleichermaßen für eine unabhängige Zentralbank und für die soziale Marktwirtschaft eintreten würden.

Auch Unions-Fraktionsvize Georg Nüsslein (CSU) riet dazu, sich mit der AfD zumindest inhaltlich auseinanderzusetzen. "Man sollte die AfD nicht einfach in die rechtspopulistische Ecke drängen", sagte er ebenfalls "Spiegel Online". "Es kann durchaus sein, dass sie die FDP dauerhaft ersetzt."

Zur Zurückhaltung drängte dagegen Kauder. Die AfD sei für die Union im Bund "keine Option", er rate dazu auch nicht mit Blick auf Länder oder Kommunen, sagte der Unionsfraktionschef im ZDF-Morgenmagazin. Die AfD sei eine "populistische Gruppierung", warnte Kauder weiter. "Ich habe die Erfahrung gemacht, am besten ist es, wenn man sich überhaupt nicht mit ihr beschäftigt".

(xity, AFP)


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