„Smart Cities: Konferenz“ in Arnsberg

Kluge und nachhaltige Stadtentwicklung

„Smart Cities: Konferenz“ zu Gast in Arnsberg: Kluge und nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus, die Beiträge sind ab sofort auf YouTube zu sehen.

Arnsberg - Geteilte Autofahrten, intelligente Straßenbeleuchtung, eine Plattform, die das Gießen von Bäumen organisiert oder ein digitaler Zwilling einer Stadt, der Planungen um vieles vereinfacht: Was solche Ideen mit Südwestfalen zu tun haben und wie hier smarte Städte und Gemeinden gestaltet werden (sollen): Das konnte man auf der diesjährigen südwestfälischen „Smart Cities: Konferenz“ erfahren. Live übertragen aus der ehemaligen Realschule in Neheim drehte sich alles um nachhaltige und kluge Stadtentwicklung. Rund 100 Teilnehmende waren in der Spitze im digitalen Raum mit dabei. Die Beiträge der Konferenz gibt es ab sofort online auf Youtube unter kurzelinks.de/smartcities-konferenz zu sehen.

Esther von Kuczkowski als Chief Digital Officer (CDO) der Stadt Arnsberg begrüßte die Teilnehmenden auf der Konferenz in der alten Schul-Aula. Sie schlug dabei die Brücke vom Tagungsort Schule zum Nachhaltigkeitsziel „Hochwertige Bildung“ als Teil der Smart-City-Entwicklung. Dabei zitierte sie die Berliner Erklärung der UNESCO Weltkonferenz vom Mai 2021: „Transformatives Lernen für Mensch und Erde ist überlebensnotwendig für uns und künftige Generationen. Die Zeit zu Lernen und für unseren Planeten zu Handeln ist jetzt.“

In großer Runde stellten die Projektmanager*innen aus Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Olpe und Soest auf der „Smart Cities: Konferenz“ erstmals vor, wie sie in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit den Bürger*innen ihre Strategien erarbeitet haben und welche Schwerpunkte sie setzen. Abschauen erlaubt! Fünf arbeiten vor, die gesamte Region profitiert. Für die Stadt Arnsberg stellten Sebastian Josten und Lars Morgenbrod vom Smart City Projektbüro vor, wie wichtig es ist die Akteur*innen vor Ort in den Smart-City-Prozess einzubinden. Zuletzt hatte der Rat der Stadt Arnsberg im September die lokale Smart-City-Strategie beschlossen und damit den Startschuss für viele wichtige Projekte gegeben, z. B. das Stadtlabor Arnsberg, eine smarte Straßenbeleuchtung oder smarte Mobilstationen.

In allen Kommunen konnten die Bürger*innen Ideen einbringen, die in die Strategien eingeflossen sind. In Arnsberg wurde dafür die Plattform adhocracy plus aufgebaut. In den nächsten Jahren werden nun konkrete Projekte umgesetzt. Diese reichen von Experimentierräumen für New Work über die Einrichtung von Stadtlaboren als Begegnungs- und Informationsraum rund um digitale Trends bis hin zur klugen Nutzung von Umwelt, Verkehrs- und Klimadaten für die Stadtentwicklung.

„Von den Strategien, Projekten und Ideen, die in den Pionierkommunen entwickelt werden, soll im Endeffekt die gesamte Region profitieren. Das ist das Besondere am südwestfälischen Smart-City-Ansatz“, erklärte Matthias Barutowicz. Er ist in der Südwestfalen Agentur für den Wissenstransfer im Modellprojekt zuständig und arbeitet eng mit den Pionierkommunen, aber auch mit weiteren interessierten Kommunen in der Region zusammen. „Alles, was in unserer ‚kleinen‘ Runde erarbeitet wird, teilen wir mit den restlichen Kommunen und weiteren Interessierten in der Region, zum Beispiel auch hier auf der ‘SmartCities: Konferenz‘.“

Offene regionale Datenplattform soll Zusammenarbeit vereinfachen

Vorträge und ein Impulsprogramm auf drei verschiedenen digitalen Bühnen zeigten, wie vielfältig das Themenfeld Smart Cities ist und auch, wie viele Möglichkeiten es hier in der Region gibt, sich dem Thema zu nähern. So stellte beispielsweise Robin Eisbach aus Menden die Idee einer „Offenen Regionalen Datenplattform“ vor. An diesem gemeinsamen Projekt wird im Kreise der Pionierkommunen derzeit fleißig gearbeitet. Ziel ist es, eine Plattform zu etablieren, auf der zum Beispiel Umwelt-, Verkehrs oder Klimadaten offen geteilt werden können und auf die alle interessierten Kommunen in der Region Zugriff haben. Das Projekt soll die interkommunale Zusammenarbeit in Südwestfalen noch einfacher machen.

Dass das Modellprojekt „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ immer mehr in der Region ankommt, machte Matthias Barutowicz zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal deutlich: „Auf der ersten Konferenz im November 2020 haben wir die ‚Smart City Rahmenstrategie‘ vorgestellt, unsere Definition, wie wir das Thema Smart Cities in Südwestfalen angehen wollen. Seitdem haben wir insgesamt 14 Mitmacherkommunen gewonnen, die sich der Strategie angeschlossen haben und so beim Modellprojekt mitmachen. Für uns ist das ein riesengroßer Erfolg.“

Hintergrund:

"5 für Südwestfalen" - Die Smart-City-Kommunen Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Olpe und Soest bilden zusammen mit der Südwestfalen Agentur das Projektkonsortium "5 für Südwestfalen: digital-nachhaltig-authentisch“ im Rahmen des Modellvorhabens „Smart Cities made in Germany“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Ihr gemeinsames Ziel ist es, die digitalen Möglichkeiten in der integrierten Stadtentwicklung zu nutzen und exemplarisch für die Region Smart-City-Strategien sowie nachhaltige Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei spielen die geänderten Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger an ihr Lebens- und Arbeitsumfeld ebenso eine Rolle wie die Belange von Umwelt und Wirtschaft. Die Südwestfalen Agentur moderiert den Prozess, teilt die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Pionierkommunen mit den Städten und Gemeinden in Südwestfalen und bringt diese synergetisch in den REGIONALE 2025 Prozess ein. Das Projekt wird bis zum Jahr 2026 vom BMI gefördert.

Weitere Informationen zum Modellprojekt „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ findet man hier: https://smartcities-suedwestfalen.com