16.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Umweltverbände protestieren gegen Massentierhaltung

Umweltverbände protestieren gegen Massentierhaltung

Grüne: Kundgebung in Brandenburg als "starkes Signal"

Etwa tausend Menschen haben nach Veranstalterangaben im brandenburgischen Haßleben gegen industrielle Massentierhaltung demonstriert.

Haßleben - In dem Ort in der Uckermark gab es zu DDR-Zeiten eine Schweinemastanlage mit zeitweise bis zu 160.000 Tieren, die 1991 geschlossen wurde. Ein niederländischer Investor will die Anlage nun für zunächst 37.000 Schweine wieder in Betrieb nehmen. Dagegen gibt es vor Ort und überregional Widerstände und Proteste.

Die Kundgebung unter dem Motto "Megastall Haßleben - Wir haben es satt" richtete sich den Veranstaltern zufolge aber auch gegen Fehlentwicklungen bei der Tierzucht und -haltung insgesamt. "Wir haben es satt, dass Tiere in intensiven tierquälerischen Massentierhaltungsanlagen eingepfercht werden, in denen ihnen ein tiergerechtes Verhalten nicht möglich ist", sagte Renate Seidel vom Deutschen Tierschutzbund. Auf globale Verzerrungen durch Dumping-Exporte aus europäischen Agrarfabriken wies der Ghanaer David Amoah von der Brot-für-die-Welt-Partnerorganisation Ecarsard hin.

Unterstützt wurde die Protestaktion von den Grünen. Deren brandenburgische Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen im September, Ursula Nonnenmacher, wertete die hohe Teilnehmerzahl bei Regenwetter an dem entlegenen Ort als "ein sehr starkes Signal, dass immer mehr Menschen erkennen, dass es nicht egal ist, wie wir uns ernähren". Nonnenmacher verwies dabei auch auf das Problem von Antibiotikarückständen in Fleisch aus Massentierhaltung. Zudem entstünden in den stark automatisierten Großbetrieben anders als vielfach behauptet nur wenige Arbeitsplätze.

Gegen Massentierhaltung richtet sich in Brandenburg auch eine Volksinitiative, die bislang von 20.000 Menschen unterzeichnet wurde.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH