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Umfrage: Politik soll Familien und Alleinerziehende mehr unterstützen

Giffey und Heil stellen vereinfachten Antrag für Kinderzuschlag vor

Die Bundesbürger wünschen sich eine stärkere Förderung einkommensschwacher Familien, die leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Aufwertung des Erzieherberufs.

Berlin - Eine von Familienministerin Franziska Giffey und Sozialminister Hubertus Heil (beide SPD) am Donnerstag vorgestellte Allensbach-Umfrage ergab weiter, dass der Staat auch Alleinerziehende und Menschen, die Familienangehörige pflegen, mehr unterstützen sollte. Das Allensbach-Institut befragte im Februar sowie im März jeweils rund 1200 Bundesbürger.

Giffey und Heil verwiesen auf das von der großen Koalition geplante "Starke-Familien-Gesetz", das Familien mit geringem Einkommen besserstellen soll. Es steht für Freitag zur Verabschiedung im Bundesrat an und soll zum 1. Juli in Kraft treten. "Zentral ist, dass wir die neue Leistung bekannt machen", sagte Giffey in Berlin. Wichtig sei auch, das Antragsverfahren zu erleichtern.

Die Ministerin stellte gemeinsam mit Heil einen neuen, vereinfachten Antrag für den Kinderzuschlag vor. "Künftig werden die Vordrucke kürzer, es müssen deutlich weniger Angaben gemacht werden", sagte Giffey. Es sei gelungen, den Zeitaufwand für das Ausfüllen des Formulars zu halbieren. 2020 soll der Kinderzuschlag auch online beantragt werden können.

Auf den Kinderzuschlag haben Familien Anspruch, in denen das Einkommen der Eltern zwar deren eigenen Mindestbedarf deckt, nicht aber den der Kinder. Der Zuschlag steigt zum 1. Juli von derzeit 170 auf 185 Euro. Ab dem 1. Januar 2020 soll zusätzliches Einkommen der Eltern die Leistung nur noch zu 45 Prozent mindern - bisher waren es 50 Prozent.

Einkünfte des Kindes wie Unterhaltszahlungen sollen nur noch zu 45 Prozent berücksichtigt werden statt wie bisher vollständig. Wer den Kinderzuschlag erhält, wird künftig bundesweit von den Kitagebühren befreit.

Das "Starke-Familien-Gesetz" sieht zudem Verbesserungen beim Bildungs- und Teilhabepaket vor: Für die Empfänger des Kinderzuschlags wird das Schulstarterpaket ab August von 100 auf 150 Euro erhöht. Außerdem gibt es ein kostenloses warmes Mittagessen in Schule oder Kita sowie ein kostenfreies Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Auch hier soll das Antragsverfahren entbürokratisiert und vereinfacht werden.

Sozialminister Heil sagte, das Gesetz trage dazu bei, dem Ziel der Chancengleichheit für alle Kinder "einen wesentlichen Schritt näher" zu kommen. "Jetzt geht es darum, dass die Menschen es auch tatsächlich in Anspruch nehmen", sagte der Minister.

In der Allensbach-Umfrage gaben 69 Prozent der befragten Eltern an, die Schwerpunkte der Familienpolitik sollten auf der stärkeren Förderung von Familien mit kleinen Einkommen liegen. 68 Prozent nannten die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 60 Prozent nannten es als Schwerpunkt der Familienpolitik, den Erzieherberuf attraktiver zu machen. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ist für 57 Prozent eine zentrale familienpolitische Aufgabe.

(xity, AFP)


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