16.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Umfragen lassen komplizierte Regierungsbildung nach Landtagswahlen erwarten

Umfragen lassen komplizierte Regierungsbildung nach Landtagswahlen erwarten

Merkel spricht Landes-CDU Mut angesichts schwacher Umfragewerte zu

Kurz vor den Wahlen in drei Bundesländern verdichten sich die Anzeichen für massive Verschiebungen in der Wählergunst.

Berlin - Die Umfrageergebnisse des am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometers" lassen schwierige Regierungsbildungen vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erwarten. Dort - wie auch in Sachsen-Anhalt - kann die rechtspopulistische AfD mit zweistelligen Ergebnissen rechnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief ihre Partei zur Geschlossenheit auf.

Die CDU kommt in den drei Ländern laut "Politbarometer" auf Werte von 30 bis 35 Prozent. Besonders auffallend ist ihre Schwäche im einstigen Stammland Baden-Württemberg, wo sie mit 30 Prozent hinter den Grünen läge, die mit 32 Prozent stärkste Partei würden.

Es kämen in Baden-Württemberg nur verschiedene Drei-Parteien-Bündnisse oder aber eine Koalition aus CDU und Grünen auf die erforderliche Mehrheit. Zu ähnlichen Ergebnissen kam am Vortag eine ARD-Umfrage.

Merkel sprach der Südwest-CDU auf dem Landesparteitag in Ettlingen Mut zu. Die Partei dürfe sich "nicht verrückt machen" lassen. "Gezählt wird zum Schluss", sagte sie mit Blick auf die Umfragewerte.

Der Spitzenkandidat der Südwest-CDU, Guido Wolf, hatte zuvor Pessimismus erkennen lassen. "Das sind Zahlen, die uns betroffen machen", sagte Wolf auf SWR2 über die jüngsten Umfragewerte. Er sprach vom "vielleicht schwierigsten Wahlkampf", den die Landes-CDU je zu führen hatte. Dabei verwies er auf die bundespolitischen Rahmenbedingungen. Diese werden vor allem von der Flüchtlingspolitik dominiert.

Dass die CDU als Juniorpartner der Grünen in die Regierung einsteigt, schloss Wolf aus. Die Bundeschefin der Grünen, Simone Peter, zeigte sich derweil im Bayerischen Rundfunk offen für eine solche Konstellation. Eine Fortsetzung von Grün-Rot wäre aber "die erste Präferenz".

Wegen der Schwäche der SPD im Südwesten erscheint dies aber zunehmend unwahrscheinlich. Die SPD erreicht im Baden-Württemberg-"Politbarometer" nur 13 Prozent, die AfD elf Prozent, die FDP sieben Prozent und die Linke vier Prozent.

In Rheinland-Pfalz würde es dem ZDF-"Politbarometer" zufolge lediglich für eine große Koalition aus CDU und SPD sowie für Dreierbündnisse von CDU oder SPD mit den Grünen und der FDP reichen. Die Umfragezahlen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU (35 Prozent) und SPD (34 Prozent) hin. Die AfD schafft zehn Prozent, Grüne und FDP kommen auf sechs Prozent und die Linke auf vier Prozent.

Rheinland-Pfalz ist das einzige der drei Wahl-Länder, in dem die SPD noch ein Ergebnis auf dem Niveau einer Volkspartei erwarten kann. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) schloss im ZDF-"Morgenmagazin" aus, als Juniorpartner in eine Koalition einzutreten. Die SPD wolle weiter stärkste Partei bleiben.

In Sachsen-Anhalt wäre laut "Politbarometer die Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition knapp möglich. Dort liegt die CDU mit 32 Prozent vorn, gefolgt von den Linken (20 Prozent), der AfD (17 Prozent), der SPD (15 Prozent), den Grünen (fünf Prozent) und der FDP (vier Prozent).

In allen drei Bundesländern wird am Sonntag kommender Woche gewählt. Die Umfragen für das "Politbarometer" wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 29. Februar und dem 3. März erstellt.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH