19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Uerdinger Rheindeich-Sanierung schreitet voran

Uerdinger Rheindeich-Sanierung schreitet voran

Spundwände wurden eingebaut

Der Fachbereich Tiefbau hat mit dem Einbringen der Spundwände am Krefelder Rheindeich in Uerdingen begonnen. Die Spundwände, das Herzstück der Deichsanierung, sind nötig, um eine ausreichende Dichtigkeit des Deichs herzustellen.

Krefeld - Sie sind das entscheidende Dichtelement für den Hochwasserschutz. Begonnen wurde nun am Rheintor in südlicher Richtung. Veranschlagt sind für diesen Abschnitt bis zu vier Wochen. Anschließend wird die Spundwand im nördlichen Abschnitt hergestellt. Die gesamte Deichsanierung auf Krefelder Gebiet soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Wie das heiße Messer durch Butter gleiten die mächtigen, bis zu 1,5 Tonnen schweren und zwischen vier und elf Meter langen Elemente in den Boden, vibrationsarm eingebracht vom einen Großgerät aus den Niederlanden. "Eventuell auftretende Erschütterungen werden von einem unabhängigen Gutachter gemessen, damit notfalls die Arbeiten sofort unterbrochen werden können. Dazu haben wir in mehreren angrenzenden Gebäuden Erschütterungsmesstechnik aufgestellt. Da wir hier denkmalgeschützte Gebäude haben, gelten verschärfte Richtwerte“, erklärt Christian Kocks, Sachbearbeiter Hochwasserschutz und Sonderbauwerke. Parallel werden auch Lärmmessungen durchgeführt.

Das Einbringen der Elemente ist Millimeterarbeit. Der Geräteführer fädelt jedes Teil in das vorherige ein. Durch einen elektrischen Impuls wird später sichergestellt, dass sie auch im Boden miteinander verschlossen sind. Alle Dielen sind durchnumeriert. Anhand dieser Nummern können die Arbeiter erkennen, welche Diele wo hin muss. Der jeweilige Standort bestimmt die Dielengröße. Kocks: "Grob gesagt: Wo der größte Druck bei einem möglichen Hochwasser herrscht, muss die längste Diele hin.“ Durch die Kurve, die der Rhein bei Uerdingen fließt, sei der Wasserdruck auf den Deich enorm und werde durch Wellen und Treibgut weiter verstärkt. Die Spundwand hält nicht nur dem Druck stand, sondern verhindert auch, dass der Deich komplett durchnässt. Am Ende wird ein Meter der Wand aus dem Deich hervorschauen. Dieser Meter wird später mit Klinker verkleidet und bietet dann eine durchgehende Bank zum Verweilen. Auf der Deichkrone entsteht ein breiterer Deichverteidigungsweg, der durch eine gleichzeitige Neugestaltung samt Beleuchtung für den Bürger attraktiv gemacht wird. Der eigentliche Deichcharakter bleibt durch eine wasserseitige begrünte Anschüttung erhalten. Ebenfalls erhalten bleiben alle Bäume, die auf der wasserabgewandten Seite stehen. "Einige Bäume auf der Rheinseite müssen wir aber leider fällen“, so Kocks. Ersatzpflanzungen kleinwüchsiger Bäume sind geplant.

"Die rund 25 000 Krefelder, die wir unmittelbar mit dem Deich schützen, können sich glücklich schätzen, dass hier nach Jahren der Planung etwas passiert. Bei den vorbereitenden Arbeiten wurde deutlich, dass der alte Deich durch Baumwurzeln und Kleintiere schon extrem durchlöchert war.“ Zu diesen Arbeiten gehörten auch rund 400 Probebohrungen, um mögliche Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg zu entdecken. Nur dreimal gab es einen Verdacht, der sich aber später als falscher Alarm erwies.

Bei Problemen im Zusammenhang mit den Arbeiten am Rheindeich können sich Anwohner an das Baubüro auf der Dammstraße wenden oder über die Internetseite www.rheindeich-krefeld.de Kontakt mit dem Fachbereich Tiefbau aufnehmen.


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