16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Übergriffe von Wachpersonal in NRW-Flüchtlingsheimen

Übergriffe von Wachpersonal in NRW-Flüchtlingsheimen

Asylbewerber berichten von Prügel und Demütigungen

In nordrhein-westfälischen Flüchtlingsheimen soll es einem Bericht des WDR zufolge zu gewalttätigen Übergriffen des Wachdienstes gekommen sein.

Essen - Asylbewerber aus einem Flüchtlingsheim in Essen berichteten dem WDR-Magazin "Westpol" von Prügelattacken und Demütigungen, wie der Sender mitteilte. "Westpol" liege außerdem das ärztliche Attest eines Flüchtlings vor, in dem Verletzungen dokumentiert werden. Auch in einer Unterkunft in Burbach soll es laut Bericht zu Übergriffen des Wachdienstes auf Flüchtlinge gekommen sein.

Beide Flüchtlingsunterkünfte werden dem WDR zufolge von der Firma European Homecare betrieben. Das Unternehmen ist einer der größten Betreiber von Flüchtlingsunterkünften in Deutschland. Allein in Nordrhein-Westfalen betreibt es sechs der zentralen landesweiten Erstaufnahmeeinrichtungen.

In der Erstaufnahmeeinrichtung in Schöppingen gibt es dem Bericht zufolge zu wenig qualifiziertes Personal. Es fehle an Psychologen, Erziehern und Sozialpädagogen. Dies habe European Homecare gegenüber Westpol eingeräumt und dabei auf den Anstieg der Flüchtlingszahlen verwiesen.

Die Aufsicht über die landesweiten Flüchtlingsunterkünfte hat die Bezirksregierung Arnsberg. Der stellvertretende Behördenleiter Volker Milk räumte Vertragsverletzungen durch European Homecare gegenüber Westpol ein. Dass das Land nicht einschreite, begründete er mit den Worten: "Wir sind im Moment sehr froh, dass uns alle Hilfsorganisationen und auch der private Betreiber European Homecare nach ihren besten Kräften unterstützen und es ermöglichen, dass die Menschen nicht in die Obdachlosigkeit geraten. Vor diesem Hintergrund bin ich nicht der Meinung, dass wir im Moment die Standards diskutieren sollten."

(xity, AFP)


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