Tsipras und Zaev in Münster mit Westfälischem Friedenspreis ausgezeichnet

Griechischer und nordmazedonischer Politiker für Einigung in Namensstreit geehrt

Der ehemalige griechische Ministerpräsident Tsipras und der amtierende nordmazedonische Regierungschef Zaev sind mit dem internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2020 ausgezeichnet worden. Sie wurden für ihre Einigung in Namensstreit geehrt.

Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und der amtierende nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev sind mit dem internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2020 ausgezeichnet worden. Die beiden Spitzenpolitiker nahmen die von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe verliehene Auszeichnung für ihre Einigung im Namensstreit zwischen beiden Ländern am Samstag in Münster entgegen. Pandemiebedingt fand die Preisverleihung mit fast einjähriger Verzögerung statt.

Tsipras und Zaev hatten sich im Jahr 2018 auf den neuen Landesnamen Nordmazedonien geeinigt und damit einen Schlussstrich unter den seit 1991 andauernden Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien gezogen. Aus Sicht Griechenlands war der Name Mazedonien, den sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik nach ihrer Unabhängigkeit gegeben hatte, Teil des griechischen Nationalerbes und markierte zudem einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz Makedonien.

Den Jugendpreis des Westfälischen Friedens erhielten Felix Finkbeiner und Repräsentanten der jungen "Botschafter für Klimagerechtigkeit" von Plant-for-the-Planet. Die Preisverleihung fand erstmals nicht im Festsaal des Rathauses von Münster, sondern im Landesmuseum für Kunst und Kultur statt.

Der Westfälische Friedenspreis ist mit 100.000 Euro die höchstdotierte Friedensauszeichnung Deutschlands und wird alle zwei Jahre verliehen. Finanziert wird er von Unternehmern aus Westfalen und Lippe. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und -trägern zählen der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie Carla Del Ponte, frühere Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs.

© 2021 AFP