15.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Trockenheit und Hitze halten weiter an

Trockenheit und Hitze halten weiter an

Auswirkungen und Hinweise fürs Wochenende

30 Grad im Schatten, kein Wölkchen am Himmel, kein Regen in Sicht: Auch an diesem Wochenende sind wieder hochsommerliche Temperaturen angesagt.

Düsseldorf - Die anhaltende Hitze- und Trockenperiode macht sowohl Mensch als auch Natur zu schaffen. Auf folgende Themen richtet sich dabei das Augenmerk: die Brandgefahr für Parks, Wälder und Friedhöfe, die Bewässerung von Bäumen im öffentlichen Raum, die Gefahr von Schwimmen im Rhein sowie für Kinder und Tiere in überhitzen Fahrzeugen, temperaturbedingte Straßenschäden, kostenloses Trinkwasser durch die Aktion "Refill", Sauerstoffmangel in Gewässern sowie Empfehlungen des Gesundheitsamtes.

Straßen und Wasserversorgung
Bedingt durch die hohe und anhaltende Hitze war vergangene Woche ein Schaden auf der Münchener Straße - erhebliche Blasen im Asphaltbelag - aufgetreten. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde der Bereich abgesperrt und die Straße konnte dort nur einspurig und mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden. Der Schaden wurde beseitigt und die Sperrung aufgehoben.

Die Trinkwassersituation ist nach Auskunft der Stadtwerke weiterhin unproblematisch. Der Rhein führt genügend Wasser, um seinen Beitrag zur Trinkwasserversorgung über das Rheinuferfiltrat leisten zu können.

Stadt appelliert: Nicht in Parks, Wäldern und auf Grünflächen grillen!
Mit zunehmenden Sommertemperaturen und durch die anhaltende Trockenheit ist die Gefahr von Flächen- und Waldbränden deutlich gestiegen. Aufgrund der erhöhten Brandgefahr für Grasflächen und in Grünanlagen sowie in Wäldern appellieren Feuerwehr sowie Garten-, Friedhofs- und Forstamt, auf das Grillen mit offener Flamme zu verzichten. Es reicht bereits ein kleiner Funke aus, um trockenes Laub oder Gras zu entzünden. Achtlos weggeworfene Zigarettenasche oder Funkenflug beim Grillen können bei der derzeitigen Witterung verheerende Folgen haben, wenn sich daraus ein unkontrolliertes Feuer entwickelt. Auch das unachtsame Verhalten einiger Autofahrer, die ihre Zigaretten hinaus in die trockene Natur schnippen, kann schnell gefährlich werden.

Laut Landesforstgesetz ist im Wald und auf Grünflächen - also auch auf Waldspielplätzen und Liegewiesen sowie Parkanlagen - grundsätzlich jedes Anzünden und Unterhalten von Feuer strengstens verboten. Dies gilt auch für das Grillen. Außerdem ist Rauchen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober absolut verboten. Bei Verstößen drohen erhebliche Bußgelder durch die Forstbehörde, im Schadensfall auch Regressansprüche.

Auch in vielen Grünflächen ist des Stadtgebietes ist offenes Feuer und Grillen untersagt, zum Beispiel in allen Landschafts- und Naturschutzgebieten. Dies betrifft unter anderem die Urdenbacher Kämpe, den Himmelgeister Rheinbogen, den Rheinpark und die für Grillfreunde überaus beliebten linksrheinischen Rheinwiesen. Dort wird das Grillen im Kiesbett bis jetzt geduldet, aufgrund der erhöhten allgemein gegenwärtigen Brandgefahr wird diese Duldung ab jetzt so lange ausgesetzt, wie es die aktuelle trocken-heiße Wetterlage erfordert. Auch für alle anderen Grünflächen, die nicht Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiete sind, besteht die Möglichkeit, ein Verbot durch Ordnungskräfte auszusprechen. So können städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Löschen eines Feuers oder der Grillglut anordnen.

Zum Schutz der Gras- und Parkanlagen sowie der Wälder, wie des teilweise über 200 Jahre alten Stadtwaldes, bittet die Forstverwaltung auf diesen Flächen:

- Kein Feuer zu entzünden,
- nicht zu grillen,
- nicht zu rauchen,
- Kinder über die dortigen Brandgefahren zu informieren,
- im Falle eines Brandes sofort unter der Telefonnummer 112 die Feuerwehr zu rufen,
- keinen Müll liegen zu lassen, da etwa Glasscherben im Extremfall einen Brand auslösen können sowie
Kraftfahrzeuge nicht auf trockenen Wiesen zu parken, da die heiße Abgasanlage einen Brand auslösen kann.

In den letzten Wochen musste die Feuerwehr immer wieder zu Bränden in Grün- und Waldflächen ausrücken. In diesem Jahr gab es bereits Einsätze wegen 152 Bodenfeuern. Allein im Juli wurde die Feuerwehr täglich zwei bis fünf Mal alarmiert, sodass sie in diesem Monat insgesamt 98 Mal zu Bodenfeuer-Einsätze gerufen wurde.

Feuer auf Friedhöfen vermeiden
Mit Blick auf die allgemeine Brandgefahr bittet die Friedhofsverwaltung dringend darum, auch auf das Anzünden von Grablichtern, Flammschalen und Kerzen auf den 13 städtischen Friedhöfen bis auf Weiteres zu verzichten. Auch Rauchen und offenes Feuer bilden Gefahren für die Vegetation. An den Friedhofseingängen weisen Hinweisschilder auf die Bitte hin.

Regionalforstamt Niederrhein appeliert: Wälder nur auf festen Wegen betreten
Bereits in der vergangenen Woche hat das auch für Düsseldorf zuständige Regionalforstamt Niederrhein in Erwägung gezogen, das Betretungsrecht im Wald einzuschränken. Da auch bis Mitte August nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen ist, wird mittels ordnungsbehördlicher Verordnung das Betretungsrecht im Wald auf feste Wege beschränkt. Weitere Informationen gibt es unter: www.wald-und-holz.nrw.de

Mehr Wasser für Bäume
Für viele Bäume wird die anhaltende Trockenheit zunehmend bedrohlich. Vordringlich müssen die rund 4.000 Jungbäume, die in den letzten Jahren gepflanzt wurden, versorgt werden. Dazu unterstützen das Gartenamt seit dem 25. Juli neben der Feuerwehr auch die Awista, der Stadtentwässerungsbetrieb und die Stadtwerke. Gartenamtsleiterin Doris Törkel: "Ich bin für die Solidarität sehr dankbar. In dieser anhaltenden Trockenphase ist jeder Tropfen Wasser für die Bäume wertvoll."

Die Awista bewässert - tageweise abwechselnd mit der Feuerwehr - die Straßenbäume an diversen Standorten nach einem vom Gartenamt festgelegten Plan. Vier Wasserwagen, die jeder bis zu zehn Kubikmeter Wasser fassen können, hat die Awista dafür im Einsatz. Zusätzlich mit jeweils
einem Fahrzeug helfen die Stadtwerke an Bender- und Birkenstraße sowie der Stadtentwässerungsbetrieb entlang Volmerswerther Straße, Völklinger Straße und Südring.

Neben der breiten Unterstützung und bei allem Einsatz der Stadtgärtner ist Hilfe seitens der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sehr willkommen. Wer helfen möchte, sollte dem Baum vor seiner Tür einmal wöchentlich sechs Eimer Wasser geben. Das ist besser, als einmal am Tag nur ein bisschen zu wässern. Der Baum wird sich mit sattem Grün bedanken.

Nicht im Rhein schwimmen!
Die heißen Sommertage in diesem Jahr zeigen auch ihre Schattenseiten: Bereits 43 Mal musste die Feuerwehr zur Einsatzmeldung "Person im Rhein" ausrücken - allein im Juli waren es 18 Einsätze. Immer wieder appelliert die Feuerwehr Düsseldorf daher: Schwimmen im Rhein ist gefährlich! Um trotzdem auf die Rettungsaktionen vorbereitet zu sein, übt die Taucherstaffel der Wache an der Hüttenstraße regelmäßig, wie Menschen der Tiere aus dem strömenden Gewässer in Sicherheit gebracht werden können.

Grund für die gefährliche Situation im Rhein sind vor allem die Strömungen: Besonders bei einem so niedrigen Wasserstand wie derzeit gehen Menschen weiter als üblich ins Wasser und damit näher an die Fahrrinne. Die Strömungen ziehen sie dann entweder direkt in die Fahrrinne der Schiffe oder saugen sie unter Wasser. Daher erneut der Appell: Auf eine Abkühlung im Rhein verzichten - das kurze "Vergnügen" kann lebensgefährlich werden!

Gefahr für Kinder und Tiere in überhitzten Fahrzeugen
Das Ordnungsamt und das Amt für Verbraucherschutz weisen darauf hin, dass Eltern ihre Kinder sowie Tierhalter ihre Haustiere keinesfalls bei großer Hitze allein im Auto zurücklassen sollten - auch wenn dies nur für kurze Zeit ist. Im Sommer können in einem Fahrzeug schnell Temperaturen von 60 Grad
Celsius und mehr erreicht werden. Die Oberflächen von Armaturenbrett und Lenkrad erhitzen sich sogar bis auf fast 100 Grad Celsius - in einem derart überhitzten Auto kann es für Kinder und Tiere schnell lebensgefährlich werden. Bereits nach wenigen Minuten kann ein Hitzestau im Fahrzeug zu Ohnmacht und Kreislaufversagen führen. Auch einen Spalt breit geöffnete Seitenfenster sorgen nicht für ausreichende Luftzirkulation und Abkühlung im Fahrzeug.

Kostenlos Trinkwasser abfüllen und Abfall vermeiden
Ein Tipp des Umweltamtes: Die aus Großbritannien stammende Initiative "Refill" hilft Plastikmüll zu vermeiden, der durch Einweg-Getränkeverpackungen entsteht - und bietet derzeit auch eine besonders willkommene Möglichkeit, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. In Geschäften und Restaurants, die sich mit dem Refill-Aufkleber zu erkennen geben, lässt sich kostenlos Trinkwasser aus der Leitung in mitgebrachte Behälter abfüllen. Wo teilnehmende Geschäfte in Düsseldorf zu finden sind, verrät die Stadtkarte auf www.refill-deutschland.de/duesseldorf

Sauerstoff wird in überhitzen Gewässern knapp
Die Hitze hat auch Auswirkungen auf die Gewässer in den Düsseldorfer Parks. So kann es in überhitzten Gewässern zu Sauerstoffmangel kommen, was ein Fischsterben verursachen könnte. Auch die sogenannten Blaualgen (Cyanobakterien) können bei langanhaltender sommerlicher Witterung und hohen Nährstoffangeboten vermehrt auftreten. Diese Bakterien können Toxine bilden, die ab einer gewissen Konzentration für Mensch und Tier beim Kontakt mit dem Wasser oder dessen Aufnahme zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Abhilfe könnte das Umwälzen und die Frischwasserzufuhr bringen. Gartenamt und Feuerwehr werden mit diesen Maßnahmen in den nächsten Tagen an den ersten Teichen beginnen.

So wurden der See im IHZ-Park in Oberbilk sowie der Naturweiher im Zoopark am 25. Juli durch zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit einer Million Liter Frischwasser aufgefüllt. Die lang anhaltende Trockenheit und Hitze hatten zu einem sehr niedrigen Wasserstand geführt. Der niedrige Pegel und die damit verbundene hohe Wassertemparatur haben das Algenwachstum stark beschleunigt. Ein Umkippen des Gewässers wird durch das zugeführte Frischwasser verhindert. Das Wasser wurde in großem Bogen über die Werfer der Löschfahrzeuge zugeführt, um gleichzeitig auch den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen.

Stadtentwässerungsbetrieb zeigt erhöhte Geruchsbelästigung auf
Derzeit kann es an manchen Stellen in der Nähe von Gullys zu Geruchsbelästigungen durch Ausdünstungen aus der Kanalisation kommen. In Düsseldorf gibt es eine sogenannte Schwemmkanalisation. Das bedeutet, dass die Kanäle alle mit einem Gefälle gebaut wurden und Feststoffe (Klopapier, Fäkalien) nur weiter geschwemmt werden können, wenn genug Wasser fließt. 80 Prozent des Stadtgebietes ist als Mischkanalisation angelegt, hier fließen Schmutz-, und Regenwasser durch den gleichen Kanal. Hat es nicht geregnet, kann es vorkommen, dass die Kanäle nicht ausreichend gespült werden und liegengebliebene Feststoffe anfangen zu riechen.

Erste Hilfe kann ein Eimer voll Wasser sein, der in den Gully geschüttet wird. In extremen Ausnahmefällen kann der Stadtentwässerungsbetrieb angefordert werden, der mit Hochdruck-Spülwagen Bewegung in den Kanal bringt.


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