"Tristan und Isolde" im Theater Duisburg

Richard Wagners Liebesepos feiert Premiere

Richard Wagners großes Liebesepos "Tristan und Isolde" hat am Sonntag, 31. Oktober, Premiere im Theater Duisburg.

Duisburg - In Eberhard Klokes Bearbeitung für die Deutsche Oper am Rhein werden die Duisburger Philharmoniker zu Protagonisten auf der Bühne. Dorian Dreher setzt die Partitur mit einem neu besetzten Sängerensemble in Szene, Generalmusikdirektor Axel Kober übernimmt die musikalische Leitung. Anders als bei der Düsseldorfer Premiere im Juni kommen in Duisburg alle drei Aufzüge des Stücks an einem Abend zur Aufführung.

Nach der Neuinszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, die in einer viel gelobten CD-Pro­duk­tion gipfelte, setzen Generalmusikdirektor Axel Kober und die Duisburger Philharmoniker zusammen mit einem hochklassigen Sängerensemble die große Wagner-Tradition der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg fort: Am Sonntag, 31. Oktober, um 17.00 Uhr feiert „Tristan und Isolde“ Premiere im Theater Duisburg. Alexandra Petersamer gibt ihr Debüt als Isolde. Daniel Frank ist als Tristan, Hans-Peter König als König Marke zu erleben. Katarzyna Kuncio debütiert als Isoldes Vertraute Brangäne, Richard Šveda gibt Tristans Freund Kurwenal. In der Opernwerkstatt am Dienstag, 26. Oktober, um 18.00 Uhr erläutern Axel Kober und Regisseur Dorian Dreher im Gespräch mit der Dramaturgin Anna Grundmeier die Besonderheiten der Produktion und lassen das Publikum bei der anschließenden Bühnenorchesterprobe im Theater Duisburg zuschauen.

Im Frühjahr 2020, mitten im ersten Corona-Lockdown, entstand die Idee, „Tristan und Isolde“ auf die Bühne zu heben. „Es gibt keine andere Geschichte, in der es so um Nähe, um Distanz, um Druck von außen, um Beschränkungen, ja, um ‚Abstandsregeln‘ geht, wie in ‚Tristan und Isolde‘ – was natürlich eine enorme Spannung hat“, weiß Generalmusikdirektor Axel Kober. Aber „Tristan und Isolde“ unter pandemischen Bedingungen? Ein vierstündiges Mammutwerk mit großem Orchester? Unter den bestehenden Abstandsregeln mutete dieses Vorhaben geradezu absurd an, setzte allerdings viel Kreativität frei: Eigens für die Deutsche Oper am Rhein und in enger Abstimmung mit Axel Kober und Regisseur Dorian Dreher nahm der erfahrene Komponist und Dirigent Eberhard Kloke eine feinsinnige Bearbeitung der Partitur vor.

In seiner Fassung sind außer dem Hauptorchester im Orchestergraben mehrere Ensembles im Bühnenraum verteilt. Durch verschiedene Bühnen­ebenen (Bühne: Heike Scheele) ist das Konzept stark räumlich definiert, und das Orchester wird selbst zum Protagonisten. Eine herausgehobene Rolle spielt in Duisburg zum Beispiel die Oboistin Kirsten Kadereit-Weschta, die mit ihrem Englischhorn in Dialog mit Tristan-Darsteller Daniel Frank tritt. Regisseur Dorian Dreher hat sein Augenmerk ganz auf die Partitur gerichtet, so dass die Klang­ebenen und Spannungs­momente der musikalischen Fassung nicht nur hör- sondern auch sichtbar werden.