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"Toleranz Wagen!" im Düsseldorfer Karneval

Glaubensgemeinden gemeinsam am Rosenmontag

Am Mittwoch, 9. Januar 2019, stellte die jüdische Gemeinde in Düsseldorf gemeinsam mit dem Wagenbauer und Künstler Jaques Tilly den "Toleranz Wagen" vor. Dieser wird beim Rosenmontagszug 2019 mitfahren.

Düsseldorf - Besonders am "Toleranz Wagen" ist dabei, dass auf ihm die vier großen Glaubensgemeinden erstmals gemeinsam Karneval feiern. Juden, Muslime, Katholiken und Protestanten sind dieses Projekt gemeinsam eingegangen, um die Vielfalt und die Toleranz im Düsseldorfer Karneval zu fördern und darzustellen. "Es ist in den letzten Jahren einfach immer wichtiger geworden, nicht nur das Trennende darzustellen, sondern die Gemeinsamkeiten von Menschen," so Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf. "Wir als Menschen sind erst einmal Gemeinschaftswesen und das muss auch mal über Grenzen hinweg dargestellt werden." Dr. Dalinc Dereköy, Vorstandsvorsitzender Kreis der Düsseldorfer Muslime erklärt: "Ich glaube, es ist gerade heutzutage wichtig, dass die Religionsgemeinschaften zusammen halten. Gerade in Zeiten, in denen im politischen Spektrum sehr extreme Forderungen gestellt werden, wo viele Akteure im öffentlichen Leben eher schwarz-weiß argumentieren." Dr. Martin Fricke, vom Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf meint: "Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht immer friedlich ist, in der extreme Kräfte immer mehr Zulauf bekommen. Wir finden es wichtig, dass man gerade heute ein Zeichen setzt, dass die Religionen zusammen halten." 

Der Entwurf des neuen Wagens stammt dabei vom weltbekannten Wagenbauer, Satiriker und Künstler Jaques Tilly. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er selbst kein gläubiger Mensch ist, er weiß aber, dass Glaube ein Menschenrecht ist, dass es zu verteidigen gilt: "Wir wollen mit dem Wagen zeigen, dass die vier Religionen in der Lage sind, friedlich miteinander auszukommen und sich auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt zu behandeln," erklärt Tilly im xity-Interview. "Der Wagen sagt aus, dass keiner die Wahrheit für sich gepachtet hat und den anderen ausschliesst, sondern alle in einer pluralistischen Gesellschaft zusammen gehören und mit den Wahrheiten des Anderen leben können."

Die Kosten für den gemeinsamen Karnevalswagen wollen die Glaubensgemeinden durch eine Crowdfunding-Kampagne zusammenbekommen. Dabei haben die Spender die Möglichkeit, einen Platz auf dem Wagen zu erhalten. Für eine Spende ab 1.911 Euro erhalten vier der Unterstützer einen Platz auf dem "Toleranz Wagen". Ziel der Kampagne sind dabei 85.000 Euro für den Wagen, die Kamelle und den gemeinsamen Orden. 


"Toleranz Wagen!" im Düsseldorfer Karneval
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