23.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Tödliche Messerattacke in Berlin: Knapp acht Jahre Haft

Tödliche Messerattacke in Berlin: Knapp acht Jahre Haft

19-Jähriger versetzte 30-Jährigen tödlichen Herz-Stich

Wegen eines tödlichen Messerangriffs am Berliner Alexanderplatz hat das Landgericht Berlin einen 19-Jährigen zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Berlin - Die Richter befanden den Angeklagten einem Sprecher zufolge des Totschlags schuldig. Er hatte im August vergangenen Jahres einen unbewaffneten 30-Jährigen durch einen Stich ins Herz getötet.

Die Jugendkammer wertete den Angriff als "Spontantat" und bezeichnete den Angeklagten als "unreife Persönlichkeit mit diversen Entwicklungsdefiziten". Aufgrund eines gravierenden Suchtproblems ordnete es zudem dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu neun Jahren Gefängnis wegen Mordes gefordert, während die Verteidigerin des 19-Jährigen auf sechs Jahre Haft wegen Totschlags plädiert hatte.

Der zur Tatzeit noch 18-jährige Angreifer hatte während des Prozesses gestanden, den tödlichen Stich ausgeführt zu haben. Das Opfer hatte zuvor einen Streit zwischen dem Angeklagten und einer jungen Frau schlichten wollen, die kurz zuvor mit dem Getöteten aus einer Disko gekommen war. Der zu dem Zeitpunkt unter Drogen stehende Täter rammte dem Opfer daraufhin am hellichten Tag eine lange Klinge in die Brust. Der 30-Jährige starb wenig später im Krankenhaus.

Der Alexanderplatz gilt als einer der gefährlichsten Orte der Bundeshauptstadt. Für bundesweites Aufsehen hatte unter anderem die tödlichen Prügelattacke mehrerer Jugendlicher auf den 20-jährigen Johnny K. im Jahr 2012 gesorgt. Seitdem hat die Polizei ihre Präsenz an dem belebten Platz in der Innenstadt deutlich erhöht.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH