Tillich verurteilt flüchtlingsfeindliche Vorfälle in Clausnitz und Bautzen

Sächsischer Ministerpräsident: "Widerlich und abscheulich ist das"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat die jüngsten Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte in seinem Bundesland scharf verurteilt.

Dresden - "Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher. Widerlich und abscheulich ist das", sagte der amtierende Bundesratspräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). Die Vorfälle von Clausnitz und die Ereignisse an der zukünftigen Asylbewerberunterkunft in Bautzen seien "erschreckend und schockierend zugleich".

In Clausnitz hatten am Donnerstagabend rund hundert pöbelnde Menschen einen Bus mit ankommenden Flüchtlingen blockiert und "Wir sind das Volk" gerufen. Der überwiegende Teil der Menge stammt laut Polizeiangaben aus dem Ort selbst. In Bautzen brannte in der Nacht zum Sonntag ein ehemaliges Hotel, das ab März mit Flüchtlingen belegt werden sollte. Anwohner und Schaulustige zeigten laut Polizei zum Teil "unverhohlene Freude" und kommentierten den Brand mit "abfälligen Bemerkungen".

Tillich sagte, die Vorfälle "besudeln das, was die Menschen an Mut in der friedlichen Revolution aufgebracht haben und den Fleiß beim Wiederaufbau Sachsens". Der Regierungschef kündigte an, die Strafverfolgungsbehörden würden konsequent ermitteln und jeden Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

(xity, AFP)