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Tillich: Sachsens Image so schnell nicht zu verbessern

Verfassungsschutz sieht zunehmend rechtsextremistische Tendenzen

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat beklagt, dass der Ruf Sachsens wegen der fremdenfeindlichen Übergriffe leidet.

Dresden - Es werde "Kraft und Zeit kosten, den guten Ruf als weltoffenes und inspirierendes Land wieder komplett herzustellen", sagte Tillich der "Saarbrücker Zeitung" (Freitagsausgabe). Die weit überwiegende Mehrheit der Sachsen sei anständig "und genauso wütend wie ich über Anfeindungen und Gewalt gegen Flüchtlinge und Asylbewerber", sagte Tillich.

Zahlreiche Anschläge auf Asylunterkünfte seien in den vergangenen Tagen und Wochen aufgeklärt worden, mehrere mutmaßliche Täter säßen in Untersuchungshaft, sagte Tillich dem Blatt. "Wir wollen den Verfolgungsdruck nun noch weiter erhöhen." Im sächsischen Clausnitz hatte vergangene Woche eine lauthals pöbelnde Menschenmenge einen ankommenden Bus mit Flüchtlingen blockiert. In Bautzen hatten Schaulustige den vermutlich absichtlich gelegten Brand eines Hotels bejubelt, in das demnächst Flüchtlinge einziehen sollten.

Unterdessen warnte der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, vor zunehmend rechtsextremistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft. "Wir beobachten im Zusammenhang der Flüchtlingskrise, dass rechtsextremistisches Gedankengut mehr und mehr in bürgerliche Kreise hinein diffundiert", sagte Maaßen der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Dies bereite ihm zunehmend Sorge.

(xity, AFP)


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