17.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Tauber kritisiert Abriegeln von Balkanroute durch Einzelstaaten

Tauber kritisiert Abriegeln von Balkanroute durch Einzelstaaten

CDU-Generalsekretär pocht auf europäische Lösung

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat das Abriegeln der sogenannten Balkanroute für Flüchtlinge durch mehrere südosteuropäische Staaten kritisiert.

Berlin - "Wir brauchen eine europäische Lösung und keine nationalen Alleingänge", sagte Tauber am Mittwoch dem Sender NDR Info. Entscheidend sei der Schutz der EU-Außengrenze. Das Abriegeln der Balkanroute sei dagegen keine sinnvolle Lösung für die Flüchtlingskrise.

Grundsätzlich positiv äußerte sich Tauber zu den Ergebnissen der bisherigen Gespräche zwischen EU und Türkei. Der Vorschlag der türkischen Regierung, alle Flüchtling aus Griechenland unter bestimmten Voraussetzungen zurückzunehmen, sei ein verhandlungsfähiger Vorschlag. "Immerhin ist er ein klares Bekenntnis zum Kampf gegen die Schlepperkriminalität", sagte der CDU-Politiker.

Allerdings müssten jetzt weitere Gespräche folgen, was ja auch geplant sei, fügte Tauber hinzu. Zudem forderte er mehr Unterstützung aus der EU für Griechenland, wo zehntausende Flüchtlinge festsitzen. Hier müssten alle EU-Mitglieder Verantwortung übernehmen.

Die Türkei hat der EU angeboten, alle irregulär nach Griechenland weitergezogenen Flüchtlinge zurückzunehmen. Im Gegenzug für die Rücknahme syrischer Flüchtlinge soll die EU allerdings die gleiche Zahl von Syrern aus der Türkei aufnehmen. Zudem fordert die Türkei eine Finanzhilfe der EU in Höhe von insgesamt sechs Milliarden Euro bis 2018, das Ende des Visa-Zwangs für türkische Bürger ab Juni sowie eine Beschleunigung der Verhandlungen über einen EU-Beitritt.

(xity, AFP)


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