22.04.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Tatverdacht im Zusammenhang mit Berliner Halbmarathon nicht erhärtet

Tatverdacht im Zusammenhang mit Berliner Halbmarathon nicht erhärtet

Sechs Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Der dringende Tatverdacht wegen möglicher Angriffspläne auf den Berliner Halbmarathon hat sich nicht bestätigt.

Berlin - Die wegen möglicher Angriffspläne im Zusammenhang mit dem Berliner Halbmarathon festgenommenen Verdächtigen sind wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen die sechs Männer habe sich nicht erhärtet, sie wurden daher am Montagnachmittag aus dem Polizeigewahrsam entlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt mitteilten. Die Ermittlungen dauern aber weiter an.

Die Verdächtigen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren waren am Sonntag vorläufig festgenommen worden, nachdem es den Behörden zufolge "vereinzelte Hinweise" auf die Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dem Halbmarathon gegeben hatte. So seien die Beschuldigten bei verdeckten Ermittlungen durch "verdächtige Verhaltensweisen" aufgefallen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Es bestand der Verdacht der Verabredung eines Verbrechens.

Die Behörden wollten daher kein Risiko eingehen. Aufgrund der Hinweise und der tödlichen Amokfahrt in Münster am Samstag entschieden die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt, Wohnungen sowie zwei Fahrzeuge zu durchsuchen. Dabei wurden unter anderem Handys und Datenträger beschlagnahmt. Waffen oder Sprengstoff wurden nicht gefunden.

Die Ermittlungen sowie die Auswertung von Datenträgern und Spuren hätten bislang keinen dringenden Tatverdacht gegen die 18- bis 21-Jährigen ergeben, teilten die Behörden mit. Die Auswertung der Beweismittel dauere noch an.

Zwei der Beschuldigten stammen nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus dem islamistischen Umfeld des Berlin-Attentäters Anis Amri. Dieser hatte am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz verübt.

Der Tunesier tötete zwölf Menschen und verletzte fast 70 weitere. Auf der Flucht wurde er einige Tage später in Italien von der Polizei erschossen.

(xity, AFP)


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