14.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Sturmfolgen: Holz wird vermarktet oder verwertet

Sturmfolgen: Holz wird vermarktet oder verwertet

Wertstoff darf nicht einfach mitgenommen werden

Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm Ela halten die Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes weiter in Atem.

Düsseldorf - Allein die Menge der umgestürzten und stark beschädigten Bäume macht den Aufräumtrupps das Leben schwer. Die Beseitigung des Sturmholzes ist ohne entsprechende Ausbildung, Ausrüstung und Arbeitsvorbereitung lebensgefährlich. Behindert werden die Arbeiten mitunter auch durch Schaulustige. Denn sie dürfen bei der Aufarbeitung des Sturmholzes keinesfalls gefährdet werden. "Auch aus diesem Grund müssen weiterhin Sperrungen in öffentlichen Grünflächen aufrechterhalten bleiben", betonte Umweltdezernentin Helga Stulgies.
Blockierte Wege in Parkanlagen, auf Friedhöfen und im Stadtwald erschweren die Arbeiten zusätzlich. Besonders gefährlich sind aber unberechenbare Spannungen und Kräfte, sowohl beim einzelnen Baum als auch bei ineinander verkeilten Stämmen. Labile Bäume, Baumteile und Wurzelteller können auch nach Tagen, Wochen oder Monaten ohne ersichtlichen Grund plötzlich umfallen, umkippen, abstürzen oder abrollen.
"Bevor aufgeräumt werden kann, erfolgt eine genaue Schadensbetrachtung durch Fachleute des Gartenamtes: Welche Bäume wurden wie stark beschädigt? Welcher Baum muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden? Welches Holz lässt sich noch für welche Zwecke nutzen?" erläutert die Umweltdezernentin. Je nach Größe und Qualität kann das Sturmholz weiterverarbeitet werden zu Bau- oder Möbelholz. Gesplittertes Holz findet Abnehmer in der Holzwerkstoffindustrie (Späne) oder in der Papierindustrie (Zellstoff).
Kronenholz und Grünschnitt werden in Düsseldorf einer ortsnahen Verwertung zugeführt. Alles wird zu Kompost und Brennstoffen für Biomasseheizkraftwerke verarbeitet. Dadurch wird das benötigte Kontingent (rund 2.000 Kubikmeter) an Hackschnitzeln für den Betrieb des Biomasseheizkraftwerks auf dem Hauptbetriebshof des Gartenamtes sichergestellt. Darüber hinaus kann soviel Kompost abgerufen werden, wie er zur Bodenverbesserung im öffentlichen Grün benötigt wird.
Holz in guter Qualität wird auf vier Meter lange Stammstücke geschnitten und in den großen Parkanlagen und im Forst auf Sammelplätzen gelagert. Das Stammholz aus kleineren Grünanlagen wird ebenfalls zu diesen Sammelplätzen gebracht. Der Verkauf dieser wertvolleren Hölzer wird durch das Gartenamt über einen Sturmholzvertrag abgewickelt. Für den Stadtwald ergeben aktuelle Erhebungen vier Wochen nach dem Sturm rund 20.000 Festmeter Sturmholz. Das entspricht etwa dem, was die Forstabteilung normalerweise binnen vier Jahren bei Durchforstungen im Stadtwald einschlägt. Besonders betroffen wurden das Forstrevier Mitte, der Wildpark Grafenberg, sowie der Eller Forst im Forstrevier Süd. Ein Festmeter Holz entspricht beim jetzigen Sturmholzanfall in etwa einem Baum.
An Erlösen aus dem Holzverkauf werden zurzeit gemäß Sturmholzvertrag 14 Euro je Tonne Industrieholz und 55 Euro je Festmeter Stammholz erzielt. Wichtig ist dabei eine zügige Abfuhr, damit Wälder und Grünanlagen nicht unnötig lange blockiert werden. Es wird auch nicht, die in der Forstwirtschaft eigentlich übliche Vor-Sortierung und Einklassifizierung des Holzes vorgenommen. Das bedeutet, es liegen verschiedene Holzarten auf einem Sammelplatz. Da das Sturmholz "Im Saft"
gefallen ist, also im voll belaubten Zustand in der Vegetationszeit, muss bei einigen Holzarten zudem von erheblichen Qualitätsverlusten durch Rissbildung und Stockflecken ausgegangen werden. Manche der umgefallenen Bäume im Forst tragen zudem ganz besondere Erinnerungsstücke in sich. Es sind Splitter von Bomben und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Einschlüsse erkennt man an der dunklen Verfärbung an der Schnittstelle. Sägewerke nehmen solches Holz nicht gerne, denn es beschädigt die Sägeblätter.
Auf den Friedhöfen erfordern die Arbeiten an den beschädigten Bäumen und am Sturmholz ein sehr vorsichtiges Vorgehen. Bei der Bergung des Sturmholzes dürfen keine Gräber beschädigt werden. Dadurch ist es nicht möglich verwertbares Stammholz zu bekommen. Die Bäume müssen Stückweise abgetragen werden. Die klein geschnittenen Stammstücke werden anschließend zum Hauptbetriebshof des Gartenamtes auf einen Lagerplatz gebracht.
Im Rahmen von Brennholztagen wird im Herbst geeignetes Sturmholz in haushaltsüblichen Mengen gegen eine freiwillige Spende an die Düsseldorfer abgegeben. Datum und Ort der Aktion des Gartenamtes werden rechtzeitig über die Medien bekannt gegeben. Es kann kein Holz reserviert werden. Auch kann kein fertiges Brennholz angeboten werden.
Die Landeshauptstadt rät den Düsseldorfern weiterhin davon ab, sich in Gefahrenzonen zu begeben, um Holz zu sammeln. Das Einsammeln von Holz bleibt gefährlich. Aufgeschichtete Stämme etwa können ins Rutschen geraten und die Holzsammler verletzen. In den gesperrten Teilen der Wälder und Grünanlagen besteht zudem höchste Gefahr. Daher ist das Betreten vieler Flächen auch weiterhin verboten.

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