Stundenlohn unter zwölf Euro im Osten deutlich häufiger als im Westen

Linke nennt Daten "skandalös"

Stundenlöhne von weniger als zwölf Euro sind in den ostdeutschen Bundesländern deutlich häufiger als im Westen. Im Frühjahr 2018 verdienten in den fünf Ost-Flächenländern im Durchschnitt 36,8 Prozent der Beschäftigten weniger als zwölf Euro.

Stundenlöhne von weniger als zwölf Euro sind in den ostdeutschen Bundesländern deutlich häufiger als im Westen. Im Frühjahr 2018 verdienten in den fünf Ost-Flächenländern im Durchschnitt 36,8 Prozent der Beschäftigten weniger als zwölf Euro, im Westen inklusive Berlin waren es 25,4 Prozent. Das geht aus Daten hervor, die von der Linksfraktion beim Statistischen Bundesamt abgefragt wurden und am Samstag der Nachrichtenagentur AFP vorlagen.

Im gesamtdeutschen Schnitt lag die Quote der Beschäftigten mit einem Stundenlohn von unter zwölf Euro demnach bei 26,27 Prozent. Den niedrigsten Wert gab es in Hamburg mit 21,62 Prozent, den höchsten in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,0 Prozent.

"Bei den Löhnen sind wir meilenweit entfernt von der Einheit", sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch AFP. "Dass jeder Dritte im Osten im Niedriglohnsektor arbeiten muss, ist skandalös." Die kommende Bundesregierung müsse Niedriglöhne, die auch in die Altersarmut führten, beenden. "Wir brauchen gleiche Löhne für gleiche Arbeit in Ost und West", betonte Bartsch.

© 2021 AFP