Studie: Durch Corona wird Familie wichtiger

Gleichzeitig nehmen die Konflikte zu

In der Corona-Krise fühlen sich junge Menschen laut einer aktuellen Studie enger mit ihrer Familie verbunden.

Leverkusen - 58 Prozent der unter 30-Jährigen sagen, ihre Familie sei seit Beginn der Pandemie deutlich wichtiger für sie geworden. Doch nur 38 Prozent berichten davon, dass sie in dieser Zeit mehr mit der Familie unternehmen - wie etwa Spieleabende oder Ausflüge. Stattdessen kommt es bei mehr als jedem Dritten häufiger zu Streit und Konflikten als vor Corona. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Generation Corona" der pronova BKK, für die 1.000 junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Gleichzeitig nehmen die Konflikte zu

Die jungen Menschen haben es seit Beginn der Pandemie nicht leicht: Der Alltag ist meist eintönig, ohne viele Gelegenheiten zur Zerstreuung. Jugendliche und junge Erwachsene, die noch unter einem Dach mit ihren Eltern wohnen, verbringen nun mehr Zeit zu Hause als vor der Pandemie üblich - da bleiben Reibereien nicht aus. Sechs von zehn Befragten verbringen die meiste Zeit allein in ihrem Zimmer und beschäftigen sich dort selbst. 38 Prozent der unter 30-Jährigen berichten über mehr Konflikte und Streitereien mit der Familie. Die Studie zeigt auch, dass junge Menschen, die mit Geschwistern im Elternhaus leben, häufiger depressiv sind (61 Prozent) und auch öfter zu aggressivem Verhalten neigen (43 Prozent).

Handy als wichtigster Begleiter in der Pandemie

Freundinnen und Freunde sehen die unter 30-Jährigen meist nur vor dem Bildschirm, egal ob am Laptop oder Smartphone. Für 72 Prozent ist das Handy zur Haupt-Freizeitbeschäftigung während der Corona-Krise geworden - unter den Schülerinnen und Schülern sind es sogar 78 Prozent. Das beurteilen die jungen Menschen selbst kritisch: Jeder Zweite macht sich Gedanken darüber, wie er den Medienkonsum einschränken kann.

Verhalten wird unterschiedlich bewertet

Drei Viertel der jungen Befragten berichten auch von Vorwürfen zu ihren veränderten Freizeitaktivitäten. Jedem zweiten 16- bis 29-Jährigen wurde vorgehalten, zu viel Zeit mit dem Smartphone zu verbringen und mehr als jedem vierten Befragten wurde nachgesagt, keiner sinnvollen Beschäftigung nachzugehen und nur abzuhängen.

Am ehesten haben die Eltern Verständnis für das Verhalten der jungen Erwachsenen: 70 Prozent fühlen sich von ihren Eltern ernst genommen, deutlich weniger von den Lehrerinnen und Lehrern (25 Prozent). 

Junge Eltern sportlich mehr aktiv

Die Pandemie hat auch positive Effekte besonders für junge Eltern. Mehr als die Hälfte von ihnen ist seit Beginn der Krise deutlich mehr an der frischen Luft als vorher. Auch neue Sportarten haben 40 Prozent aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen für sich entdeckt.