01.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Studie sieht offenbar Imageproblem bei SPD

Studie sieht offenbar Imageproblem bei SPD

Autoren empfehlen "Konflikte mit der Union" einzugehen

Eine noch unveröffentlichte Studie zum anhaltenden Umfragetief der SPD könnte womöglich dazu beitragen, dass der Ton in der großen Koalition künftig schärfer wird.

Berlin - Obwohl die Partei in mehr als einem Jahr Regierungsarbeit zentrale Anliegen durchgesetzt habe, gelinge es ihr nicht, über ihre Kernklientel hinaus Wähler aus der Gruppe der Beschäftigten zwischen 25 und 45 Jahren zurückzugewinnen, lautet das Ergebnis der Studie des Instituts TNS Infratest, über das die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Der Studie, die der SPD ein gravierendes "Imageproblem" bescheinige, werde in der Parteispitze erhebliche Bedeutung zugemessen, heißt es in dem Bericht. Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel "Die arbeitende Mitte in Ost- und Westdeutschland" sind demnach wenig ermutigend für die SPD. Zwar heißt es darin, die Partei sei "im Hinblick auf ihre politischen Inhalte prinzipiell gut aufgestellt", ihr "Imageproblem" verhindere aber, dass Wähler sich über die Parteigrenzen hinweg mit ihr auseinandersetzten und sich vorstellen könnten, die Partei zu wählen.

Während die Union einen "sehr konsistenten Markenkern" habe und es verstehe, ihren "Leitwert" Sicherheit mit Leben zu füllen, sei der Markenkern der Sozialdemokraten "nach wie vor beschädigt". Als Gründe nennt die Studie laut "SZ" die Hartz-IV-Reformen, eine fehlende Zielgruppenpolitik, zu wenig erkennbares "wertegeleitetes Handeln" und "gefühltes Desinteresse an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Mitte". Die SPD müsse "wieder erkennbar" werden, auch wenn dies bedeute, "dass sie ? wo nötig ? Konflikte mit der Union eingehen muss".

Für die Studie befragte TNS Infratest im November 53 Bürger zwischen 25 und 45 Jahren, quotiert nach Geschlecht, Alter, Bildung, Parteipräferenz und Tätigkeit.

Die SPD stagniert in Meinungsumfragen bei Werten um 25 Prozent, obwohl sie in der großen Koalition sozialdemokratische Prestigeprojekte wie den Mindestlohn, die Rente mit 63 oder die Frauenquote durchgesetzt hat.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH