Studie: Patienten fehlt es oft an Heil- und Hilfsmitteln

Barmer-Report weist aber auch Kostensteigerung auf

Die gesetzlich Versicherten in Deutschland leiden häufig an einer deutlichen Unterversorgung mit Heil- und Hilfsmitteln.

Berlin - Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Barmer GEK, die in Berlin vorgestellt wurde. So fehlt es etwa bei chronischen Wunden am Unterschenkel an den notwendigen Kompressionstherapien: Nur 40 Prozent der Patienten bekommen die nötigen Strümpfe oder Bandagen, wie Barmer-GEK-Vize Rolf Ulrich Schlenker bei der Vorstellung des Heil- und Hilfsmittelreports in Berlin erklärte.

Auch bei der Behandlung des "diabetischen Fußes" gibt es demnach Mängel. Drei Viertel aller Risikopatienten erhalte nicht die notwendige medizinische Fußpflege, heißt es in der Studie weiter.

Dennoch dokumentiert der Report eine deutliche Ausgabensteigerung: Bei den Heilmitteln, zu der etwa Physiotherapie oder Logopädie gehören, lag der Zuwachs im ersten Halbjahr 2014 bei 7,1 Prozent. Bei den Hilfsmitteln – zu denen Rollstühle, Krankenbetten oder Hörgeräte zählen – stiegen die Ausgaben um 9,5 Prozent.

"Obwohl in einer älter werdenden Gesellschaft der Bedarf an einer qualifizierten Heil- und Hilfsmittelversorgung zunimmt, müssen wir die Preis- und Mengenentwicklung im Auge behalten",erklärte Schlenker. "In dem extrem unübersichtlichen Markt der Medizinprodukte brauchen wir vor allem eine Nutzenbewertung."

Der Studienautor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen verwies auf den langjährigen Trend steigender Ausgaben bei Heil- und Hilfsmitteln. So seien die Ausgabenzuwächse der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2013 zwar recht moderat geblieben. In den Jahren von 2007 bis 2013 seien sie bei den Heilmitteln jedoch insgesamt um 34,5 Prozent, von 3,91 Milliarden auf rund 5,26 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Hilfsmitteln gab es ein Plus von 5,52 Milliarden auf 6,80 Milliarden Euro. Das entsprach einer Steigerung von 23,2 Prozent.

(xity, AFP)