26.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Studie: Nur jeder vierte Depressive richtig behandelt

Studie: Nur jeder vierte Depressive richtig behandelt

Viele Erkrankte erhalten keine Psychotherapie

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wird nur ein Viertel der Depressiven "angemessen" behandelt.

Berlin - Viele Schwerkranke bekämen ausschließlich Medikamente, aber keine oder nur eine zu kurze Psychotherapie, heißt es in dem in Gütersloh veröffentlichten "Faktencheck Gesundheit". Nur jeder vierte Betroffene wurde der Studie zufolge mit einer Kombination aus beiden Ansätzen behandelt.

Die Chancen auf eine richtige Therapie hänge nicht zuletzt vom Wohnort ab, betont die Untersuchung. So würden nur 13 Prozent der Erkrankten in Zwickau (Sachsen) angemessen versorgt, in Münster (Nordrhein-Westfalen) aber 40 Prozent. Die Gründe für diese Unterschiede seien vielschichtig, heißt es in der Studie. Eine Rolle spiele das regional unterschiedliche Angebot an Psychotherapeuten sowie psychiatrischen und psychosomatischen Fachärzten.

Studienautor Martin Härter vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) warnte vor den Folgen einer unzureichenden Behandlung. "Die Ergebnisse sind alarmierend. Werden Depressionen nicht angemessen behandelt, können sie chronisch werden", erklärte er. Noch gravierender sei die Selbstmordgefahr. Im Schnitt nehme sich jeder siebte schwer Depressive das Leben.

Für die Untersuchung, über die der "Spiegel" bereits am Wochenende berichtet hatte, wurden anonymisierte Daten von sechs Millionen Versicherten der Betriebs- und Innungskrankenkassen ausgewertet. Sie ist nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung repräsentativ.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH