Studie: Mehr Herzinfarkte nach Umstellung auf Sommerzeit

Auch Schlafstörungen häufen sich

Immer mehr Menschen in Deutschland lehnen die Zeitumstellung ab.

Berlin - Zugleich häufen sich nach der Umstellung auf die Sommerzeit gesundheitliche Probleme, wie eine am Montag in Hamburg veröffentlichte Befragung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt. Fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) halten die Zeitumstellung demnach für überflüssig. Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2013 waren es nur 69 Prozent.

Darüber hinaus gibt fast jeder Dritte (29 Prozent) an, wegen der Zeitumstellung schon einmal Probleme gehabt zu haben. Das sind fünf Prozent mehr als vor drei Jahren. In Einzelfällen kommt es der DAK zufolge offenbar sogar zu massiven Gesundheitsbeschwerden.

Nach einer Statistik der Krankenkasse häufen sich in den ersten Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Herzinfarkte. Während normalerweise täglich im Schnitt 45 Menschen einen akuten Herzinfarkt erleiden, seien es an den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit 54. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Herzinfarkte nach der Zeitumstellung jeweils um 20 Prozent höher gewesen als an anderen Tagen.

Am Ostersonntag werden die Uhren mit Beginn der Sommerzeit wieder um 02.00 Uhr um eine Stunde auf 03.00 Uhr vorgestellt - die Nacht ist damit um eine Stunde verkürzt.

Der Befragung zufolge fühlen sich 81 Prozent der Bürger nach der Zeitumstellung schlapp und müde. Zwei Drittel leiden unter Einschlafproblemen oder Schlafstörungen. Jeweils gut 40 Prozent können sich schlechter konzentrieren oder sind gereizter als sonst. Ein Viertel der Befragten kam wegen der Zeitumstellung schon zu spät zur Arbeit. Immerhin jeder Zehnte nennt depressive Verstimmungen als Folge.

Eine Erklärung für den Anstieg der Probleme sieht DAK-Expertin Elisabeth Thomas darin, dass Schwierigkeiten mit der Anpassung des Biorhythmus an die Sommerzeit zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt seien. "Dadurch nehmen wir diese Probleme eher wahr und ordnen sie der Zeitumstellung zu", erklärte sie.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt - und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht. Nach Ansicht von Kritikern sind dadurch entstehende allerdings Energiespareffekte kaum nachweisbar.

Grundlage für die Zeitumstellung ist eine EU-weite Regelung, wonach die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in allen Mitgliedstaaten jeweils am letzten Sonntag im März beginnt und am letzten Sonntag im Oktober endet.

(xity, AFP)