16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Studie: Mandat im Bundestag kann der Karriere schaden

Studie: Mandat im Bundestag kann der Karriere schaden

Fast 15 Prozent der Ex-Abgeordneten sind arbeitslos

Viele frühere Bundestagsabgeordnete tun sich schwer mit der Rückkehr ins außerparlamentarische Berufsleben.

Berlin - Knapp 15 Prozent der ausgeschiedenen Abgeordneten waren fünf Monate nach der Bundestagswahl 2013 noch arbeitslos, wie eine in Berlin vorgestellte Umfrage der Unternehmensberatung Kienbaum ergab. Jeder fünfte befragte Ex-Abgeordnete gab demnach ein Jahresbruttogehalt von weniger als 30.000 Euro an. 30 Prozent der Ausgeschiedenen verdienten hingegen mehr als in ihrer Zeit als Mandatsträger.

Die Zeit im Bundestag sei "nicht grundsätzlich ein Karriere-Beschleuniger, für viele Ex-Abgeordnete sogar das Gegenteil", erklärte Thorsten Alsleben, der Hauptstadt-Repräsentant von Kienbaum. Er forderte Fraktionen und die Bundestagsverwaltung auf, sich besser um die Berufsperspektive von Ex-Abgeordneten zu kümmern.

An der Umfrage nahmen nach Firmenangaben 47 von 217 Abgeordneten teil, die 2013 aus dem Bundestag ausgeschieden waren. Den größten Anteil hatteN FDP-Politiker mit 16 Teilnehmern. Laut Kienbaum handelt es sich um die bislang größte Untersuchung zum Werdegang von Ex-Abgeordneten.

Von den Teilnehmern waren 40 Prozent freiberuflich tätig, weitere 13 Prozent arbeiteten im eigenen Unternehmen. 26 Prozent gingen in den Ruhestand, neun Prozent gönnten sich eine freiwillige Auszeit. 13 Prozent wechselten in den öffentliche Dienst. 15 Prozent suchten nach einem Anschlussjob. Nur sechs Prozent gaben politische Arbeit als Hauptberuf an.

Rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer haben in ihrer neuen beruflichen Position Führungsverantwortung, wie die Umfrage ergab. Mehr als die Hälfte - 53 Prozent - verdient jetzt gleich viel oder weniger als in ihrer Zeit im Bundestag. Vor der Mandatstätigkeit hatten 13 Prozent der Teilnehmer ein Jahresbruttogehalt von weniger als 30.000 Euro. Nach dem Ausscheiden aus dem Parlament waren es 20 Prozent.

(xity, AFP)


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