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Studie: Kontrollen an Schengen-Grenzen würden Deutschland Milliarden kosten

Ifo: Belastungen durch "ungeregelte Massenzuwanderung" höher

Das Ifo-Institut in München hat die Kosten von systematischen Personenkontrollen an Europas Grenzen durchgerechnet.

Berlin - Kontrollen an allen Schengen-Grenzen innerhalb der EU würden die deutsche Jahreswirtschaftsleistung um 4,4 Milliarden bis knapp elf Milliarden Euro schmälern, teilte das Institut am Donnerstag mit. Das wären 0,14 bis 0,36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

"Pro Kopf macht dies zwischen 54 und 132 Euro aus", erklärte Ifo-Außenwirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr. Bei Personenkontrollen an der deutschen Grenze zu Österreich läge das reale deutsche BIP den Ifo-Berechnungen zufolge um jährlich 770 Millionen bis 1,9 Milliarden Euro niedriger - das wären neun bis 23 Euro pro Kopf.

Personenkontrollen wirkten wie ein Zoll, erklärte das Ifo-Institut. Erfahrungen an den Grenzen der USA zu Kanada und Mexiko hätten gezeigt, dass Lastwagen dort im Schnitt 20 Minuten warten müssten. Bei systematischen Personenkontrollen würden die Warenexporte und -importe niedriger ausfallen.

Effekte auf den Überseehandel seien bei der Analyse nicht berücksichtigt worden, erklärte das Ifo weiter. Ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei, dass die Kontrollen nur die Einreise, nicht aber die Ausreise betreffen, und dass ein großer Teil der Handelsströme gar nicht über die Straße erfolge.

Die berechneten Zahlen seien daher als Obergrenzen anzusehen, erklärte Felbermayr. Dennoch seien sie nur ein "Bruchteil" jener Belastungen, die durch eine "fortgeführte ungeregelte Massenzuwanderung" entstehen würden.

(xity, AFP)


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