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Studie: Betreuungsgeld dient nicht der Chancengleichheit

Viele bildungsferne Familien beziehen neue Leistung

Laut einer Studie nehmen besonders solche Eltern betreuungsgeld in Anspruch, deren Kinder eingentlich in den Kitas gefördert werden sollten.

Berlin - Das noch von der schwarz-gelben Koalition eingeführte Betreuungsgeld unterläuft einer neuen Studie zufolge die Bemühungen um Chancengleichheit in Deutschland. Die umstrittene Leistung werde vor allem von solchen Eltern in Anspruch genommen, deren Kinder eigentlich in den Kitas gefördert werden sollen, heißt es dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge in der Untersuchung der TU Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts.

Danach erweist sich das Betreuungsgeld als besonders attraktiv für Familien, "die eine geringe Erwerbsbeteiligung aufweisen, durch eine gewisse Bildungsferne gekennzeichnet sind und einen Migrationshintergrund haben", zitiert das Hamburger Nachrichtenmagazin in seiner neuesten Ausgabe aus dem Text. Die Leistung lasse sich somit "als besonderer Anreiz für sozial eher benachteiligte Familien identifizieren, kein Angebot frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung zu nutzen". Deshalb sei "das Betreuungsgeld bezogen auf Fragen der Chancengerechtigkeit kontraindiziert".

Eltern, die für ihr Kind im zweiten Lebensjahr keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen, können seit dem 1. August vergangenen Jahres monatlich 100 Euro Betreuungsgeld erhalten. In den ersten fünf Monaten nach seiner Einführung ist es für fast 65.000 Kinder ausgezahlt worden.

(xity, AFP)


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