Studie: Beschäftigte mit Migrationshintergrund beim Bund unterrepräsentiert

Rund 15 Prozent bei Bundesbehörden haben ausländische Wurzeln

In der Bundesverwaltung sind Beschäftigte mit Migrationshintergrund einer Studie zufolge unterrepräsentiert.

Berlin - Laut der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung liegt der Anteil der Beschäftigten mit ausländischen Wurzeln in Bundesbehörden bei durchschnittlich 14,8 Prozent. Zum Vergleich: In der Privatwirtschaft haben 20,1 Prozent der abhängig Beschäftigten einen Migrationshintergrund.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei in der Bundesverwaltung tätigen Menschen mit ausländischen Wurzeln überwiegend um junge Frauen, die in eher niedrigen Laufbahngruppen beschäftigt sind. Sie stehen seltener in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und sind seltener verbeamtet.

"Die Studie liefert erstmals einen empirischen Beleg dafür, dass Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichten in der Bundesverwaltung noch immer deutlich unterrepräsentiert sind", erklärte die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). "Es muss uns wachrütteln, dass sie nicht nur schwerer den Weg in die Verwaltung finden, sondern auch überproportional im einfachen und mittleren Dienst vertreten sind und offenbar nicht weiterkommen."

Özoguz forderte, Beschäftigten mit Migrationshintergrund mehr Chancen in den Bundesbehörden zu eröffnen. "Wenn wir in der Wirtschaft und in anderen gesellschaftlichen Bereichen eine gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit Einwanderungsgeschichten einfordern, dann muss das natürlich erst recht für die Bundesverwaltung gelten", erklärte sie. Der Bund habe eine Vorbildfunktion und "muss hier noch besser werden".

Die Studie beruht auf statistischen Erhebungen in insgesamt 14 Bundesministerien, der Bundeswehr und acht Bundesoberbehörden. Die Teilnahme an der Erhebung war freiwillig. Der Anteil von knapp 15 Prozent liegt über den Werten des Mikrozensus des Jahres 2013 für die allgemeine öffentliche Verwaltung, bei der 6,7 Prozent Beschäftigte mit ausländischen Wurzeln ermittelt worden waren.

(xity, AFP)