Studie: Ausbildungsabbrecher verdienen weniger

Unterbrechung der Ausbildung kann hingegen sinnvoll sein

Der Abbruch einer Ausbildung macht sich auch im Verdienst bemerkbar. Eine Unterbrechung der Ausbildung kann zur Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt hingegen sinnvoll sein, erklärten die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Der Abbruch einer Ausbildung macht sich auch im Verdienst bemerkbar. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag erklärte, lag das Einkommen von Ausbildungsabbrechern fünf Jahre nach dem ersten Ausbildungsbeginn 5,3 Prozent niedriger als bei Menschen, die ihre Ausbildung ohne Unterbrechung abschlossen. Zehn Jahre danach lag sie bereits bei 7,3 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Ausbildungsabbrechern und -absolventen betrifft die Dauer der Beschäftigung. So waren Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung meist länger in den Betrieben angestellt als Ausbildungsabbrecher.

Die Studie basiert auf Daten des Ausbildungspanels Saarland, das ausbildungs- und erwerbsbiografische Informationen zu Personen enthält, die zwischen 1999 und 2002 mindestens einen Tag in einem saarländischen Betrieb eine Ausbildung absolvierten. Die Berufsverläufe können bis zum Jahr 2018 verfolgt werden; in der Analyse des IAB wurden die ersten fünfzehn Jahre nach dem Beginn der ersten Ausbildung betrachtet.

Eine Unterbrechung der Ausbildung wirkt sich hingegen nicht negativ auf den Verdienst aus - vorausgesetzt, die oder der Auszubildende schließt anschließend eine Berufsausbildung erfolgreich ab. "Vorzeitige Vertragslösungen sind nicht per se mit Nachteilen verbunden", erklärte IAB-Forscherin Gabriele Wydra-Somaggio. "Sie bieten die Möglichkeit, die ursprüngliche Berufswahlentscheidung zu überdenken und sich beruflich neu zu orientieren und damit auch Erwerbskarrieren neu auszurichten".

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