Strobl zu Wechsel nach Stuttgart bereit

CDU-Chef will in grün-schwarzer Regierung Minister werden

Sollten die Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg erfolgreich verlaufen, will CDU-Landeschef Strobl als Vize-Ministerpräsident nach Stuttgart zurückkehren.

Stuttgart - Das kündigte der CDU-Bundesvize und Bundestagsabgeordnete nach Parteiangaben am Freitagabend auf einer Vorstandssitzung der Union an. Er will demnach stellvertretender Ministerpräsident werden.

Er sei bereit, nach Stuttgart zu kommen, wenn die Bedingungen erfüllt seien, sagte Strobl. Dafür müsse zunächst ein Koalitionsvertrag zustande kommen. Zudem sollten Partei und Fraktion ihn unterstützen. In Teilnehmerkreisen hieß es, auf der Vorstandssitzung sei seine Ankündigung mit breitem Applaus aufgenommen worden. In den Wahlkampf hatte die CDU noch Fraktionschef Guido Wolf als Spitzenkandidat geführt.

Grüne und CDU verhandeln derzeit über einen Koalitionsvertrag. Bei einem erfolgreichen Abschluss könnte eine grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach den bisherigen Planungen Mitte Mai stehen. Bei der Landtagswahl Mitte März waren die Grünen um den populären Kretschmann klar stärkste Kraft vor der CDU geworden. Die bisherige grün-rote Koalition verlor aber ihre Mehrheit im Landtag. Momentan gilt Grün-Schwarz als einzige realistische Option.

Ein Regierungsbündnis aus Grünen und CDU unter Führung der Grünen als stärkerer Kraft wäre in Deutschland auf Landesebene eine Premiere. Bislang gab es lediglich schwarz-grüne Landesregierungen unter CDU-Führung. Dies ist derzeit etwa in Hessen der Fall.

(xity, AFP)