23.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Strengeres Sexualstrafrecht soll Kinder besser schützen

Strengeres Sexualstrafrecht soll Kinder besser schützen

Einschränkungen für Verbreitung bloßstellender Bilder

Kinder sollen besser vor der Verbreitung von Nacktaufnahmen geschützt werden.

Berlin - Der Bundesrat billigte in Berlin das entsprechende neue Gesetz. Die Herstellung von Aufnahmen nackter Kinder und Jugendlicher ist demnach künftig strafbar, wenn die Bilder zum Verkauf oder Tausch vorgesehen sind.

"Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, dass Nacktbilder von ihnen nicht im Internet oder auf anderem Weg verbreitet werden", erklärte dazu Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Gleiches gelte für die Herstellung von Nacktbildern von Kindern zu kommerziellen Zwecken.

Schwere Sexualstraftaten an Kindern verjähren zudem künftig nicht mehr vor der Vollendung ihres 50. Lebensjahres, um auch eine spätere Aufarbeitung zu ermöglichen. "Opfer von Sexualtaten sind oftmals stark traumatisiert und benötigen Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten", erklärte dazu Maas.

Das Gesetz soll zudem auch bei Erwachsenen die Verbreitung von Fotos unterbinden, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellen oder geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden. Dies soll besonders den Schutz vor "Cybermobbing" verbesern. Erfasst wird künftig auch das "Cybergrooming", also das Anbandeln von Erwachsenen mit Kindern im Netz.

Der Gesetzentwurf war im parlamentarischen Verfahren noch erheblich verändert worden. Zunächst hatte es Bedenken geben, auch harmlose Bilder, die beispielsweise Eltern von nackt am Strand spielenden Kindern machen, könnten von der Strafbarkeit erfasst werden. "Sozial übliches und alltägliches Verhalten muss straffrei bleiben", betonte Maas.

Die ursprüngliche Vorlage "sprang an manchen Punkten zu kurz und schoss an anderen Stellen über das Ziel hinaus", sagte im Bundesrat Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU). Dies habe sich zum Glück nicht durchgesetzt. Jetzt gebe es "ein klares rechtsstaatliches Konzept und ein unmissverständliches Signal für einen besseren Schutz von Kindern vor Missbrauch".

Ein Anlass für die Neuregelung war die Affäre um den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy gewesen, der Nacktbilder von Kindern im Internet bestellt hatte. Er berief sich darauf, dass dies bislang legal sei.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH