16.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Streit zwischen Mollath und Verteidiger Strate eskaliert

Streit zwischen Mollath und Verteidiger Strate eskaliert

Verteidiger nennt Mollath-Anträge "Mist"

Im Prozess um das mutmaßliche Justizopfer Gustl Mollath ist es im Verhältnis des Angeklagten zu seinem Verteidiger Gerhard Strate zu einer weiteren Eskalation gekommen.

München - Strate warf Mollath vor dem Landgericht Regensburg vor, Lügen über ihn zu verbreiten, wie ein Gerichtssprecher sagte. Eine Reihe neuer Beweisanträge des 57-Jährigen nannte der Verteidiger demnach außerdem "Mist".

Der Verteidiger scheiterte zusammen mit dem zweiten Verteidiger aber mit dem Antrag, sich vom Gericht als Pflichtverteidiger von dem Prozess entbinden zu lassen. Das Gericht habe keine nachhaltige Zerstörung des Vertrauensverhältnisses feststellen können, sagte der Sprecher. Erst in der vergangenen Woche hatten Strate und sein Kollege ihr Mandat als Wahlverteidiger nach einem Disput mit Mollath aufgegeben, sich anschließend aber zur Pflichtverteidigung bereit erklärt.

Strate hatte das Wiederaufnahmeverfahren für den gebürtigen Nürnberger durchsetzen können. Mollath galt bis zu seiner Entlassung aus der geschlossenen Psychiatrie in Bayreuth vor knapp einem Jahr als Deutschlands bekanntester Psychiatriepatient. Er war dort mehr als sieben Jahre gegen seinen Willen untergebracht.

Das Landgericht Nürnberg hatte Mollath 2006 in einem Verfahren unter anderem wegen schwerer Körperverletzung an seiner Frau wegen angeblicher Wahnvorstellungen für schuldunfähig erklärt und in die Psychiatrie einweisen lassen. Die Diagnose der Wahnvorstellungen bezog sich damals auf von Mollath behauptete Schwarzgeldgeschäfte seiner inzwischen geschiedenen Frau für die HypoVereinsbank - das Gericht glaubte dies damals nicht, inzwischen steht fest, dass es die Geschäfte aber gegeben hat.

Trotz des eskalierten Konflikts kommt der Prozess dem Gerichtssprecher zufolge planmäßig voran. Womöglich werde es am 8. August die Plädoyers geben.

(xity, AFP)


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