19.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Streit um Verantwortung von Bundeswehr-Pannenserie

Streit um Verantwortung von Bundeswehr-Pannenserie

Wehrbeauftragter gibt de Maizière Teilschuld

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hat den ehemaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière für die Pannen-Serie bei der Bundeswehr mitverantwortlich gemacht.

Berlin - "Es war falsch, nur darauf zu setzen, dass die großen Rüstungsprojekte pünktlich fertig werden. Dadurch hat die Bundeswehr Milliarden verloren", sagte Königshaus der "Bild"-Zeitung. "Und es war falsch den Altbestand schon abzuwracken, obwohl die neuen Geräte noch gar nicht geliefert waren."

Unter de Maizières Führung hatte die Bundeswehr allein im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro ihres Etats nicht abgerufen. Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Minderausgaben mit "Verzögerungen, Minderleistungen oder Stückzahlreduzierungen" bei Rüstungsprojekten begründet.

Um die Pannen in Zukunft abzustellen, forderte Königshaus einen Strategiewechsel. "Falsch ist, die Bundeswehr erst breit aufzustellen, aber dann nur spezielle Fähigkeiten abzurufen. Damit überlasten wir erst das Gerät und dann die Soldaten", sagte der Wehrbeauftragte.

Von der Leyen hatte nach ihrem Amtsantritt die Überprüfung von Rüstungsprojekten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der dreimonatigen Prüfung, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vorgenommen hatte, soll am Montag an von der Leyen übergeben werden. Mehr als 30 externe Berater hatten Rüstungsgroßprojekte untersucht, darunter ein Nachfolgevorhaben zu dem gescheiterten Drohnenprojekt Eurohawk, den Eurofighter, die A400M sowie die Hubschrauber Tiger und NH90.

(xity, AFP)


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