Stipendiaten aus Chongqing stellen aus

Werke im Atelier am Eck zu sehen

Im Atelier am Eck wird vom 26. April bis zum 4. Mai 2019 eine Ausstellung im Rahmen des Künstleraustausches zwischen Düsseldorf und Chongqing gezeigt.

Düsseldorf - Mit Xiao Yang und Li Yifan leben und arbeiten zum elften Mal in Folge Gäste aus der chinesischen Partnerstadt in Düsseldorf. Die ausstellenden Künstler sind Stipendiaten der Landeshauptstadt. Die Ausstellungseröffnung mit Kurator Michael Voets ist am 25. April 2019 um 19.00 Uhr.

Der deutschstämmige Künstler Xiao Yang (Jan Kucharzik, *1973) studierte Malerei an der Kunsthochschule Kassel. Im Rahmen eines Austauschprojektes mit dem Sichuan Fine Arts Institute gelangte er im Jahr 2000 nach Chongqing, wo er seitdem lebt und arbeitet. Xiao Yang ist Maler und Zeichner, seine Vorliebe gilt der Ölmalerei. Die Motive seiner Arbeiten bilden in der Summe eine bunte und humorvolle Schilderung des alltäglichen Lebens in Chongqing ab. Die Figuren scheinen typologisiert und sind in eine narrative Dramaturgie eingebunden, die an die Erzählmuster von Comic-Strips erinnert. Die dargestellten Konstellationen entspringen der Beobachtung einzelner, genreartiger Situationen in Chongqing. Sie vermitteln den durchaus lässigen "Way of Life", das spezielle Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger wie auch die teils erstaunlichen, teils humorvollen Strategien in dieser Metropole zu (über-) leben.

Der Film- und Fotokünstler Li Yifan (*1966) studierte Theaterwissenschaft an der Central Academy of Drama in Peking. Heute lehrt er in den Kategorien Medienkunst/Installation am Sichuan Fine Arts Institute. Sein Dokumentarfilm "Before the flood", 2005, über den Drei-Schluchten-Staudamm am Jangtsekiang und die Auswirkungen auf die zwangsumgesiedelte Landbevölkerung, erhielt internationale Anerkennung und Auszeichnungen. Bis heute kann der Film in Chongqing nicht gezeigt werden. In der Ausstellung zeigt er Film- und Fotokollagen, die auf dokumentarischen Ausgangsmaterialien beruhen. Es sind filmische und fotografische Fragmente einer verunsicherten, gesellschaftlichen Befindlichkeit. Diese werden in einen ornamentalen Zusammenhang additiv, seriell komponiert. Die kritische Implikation wird gleichsam in einem farbig, teilweise kitschig wirkenden plakativen Bildzusammenhang übertragen und subtil verdeckt.