Stiftung Patientenschutz verlangt Entlastung der Pflegebedürftigen

Experten beraten auf Deutschem Pflegetag über Situation der Branche

Zum Auftakt des Deutschen Pflegetags hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine finanzielle Entlastung für Pflegebedürftige gefordert.

Dortmund - "Während die Krankenversicherung die Pflege in der Klinik und der Patienten zu Hause vollfinanziert, übernimmt die Pflegeversicherung nicht mal alle Pflegekosten der Betroffenen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) vom Mittwoch.

"Über die Anpassung der Zuschüsse an die Ausgaben entscheidet allein die Bundesregierung", kritisierte Brysch. Die Pflegeversicherung müsse auf ein breites Fundament gestellt werden, forderte er weiter. "Funktionieren kann das nur mit Steuer- und Krankenkassenzuschüssen sowie einer Anpassung der Mitgliedsbeiträge." Das aktuelle Zuschussprinzip der Pflegeversicherung sei fatal.

Zudem verlangte Brysch eine generationsgerechte und zukunftssichere Finanzierung der Pflegeversicherung. ?Benötigt wird dafür ein Rechtsanspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege?, sagte er dem RND.

Am Mittwoch und Donnerstag findet in Berlin der Deutsche Pflegetag statt. Auf dem Kongress werden die Herausforderungen in der Pflege diskutiert.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) sieht die künftige Bundesregierung in der Pflicht. "Wir brauchen mehr Pioniergeist und Kreativität bei der Reform der Pflege", erklärte ihr Vorsitzende Helmut Kneppe. Tatsächlich sei die Frage, wie wir im Alter leben und eine menschenwürdige Pflege gestalten möchten, jedoch eine Grundanforderung der alternden Gesellschaft.

"Wir sollten im Umgang mit dieser Frage sehr viel positiver und einfallsreicher über Gestaltungsmöglichkeiten nachdenken", schlug Kneppe vor und forderte: "Kommen wir endlich weg vom Gedanken der Kasernierung, wenn jemand hilfebedürftig wird, und schaffen wir Möglichkeiten, damit ältere Menschen in jeder Lebenssituation möglichst lange teilhaben können."

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