23.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Stickstoffdioxid-Belastung in Düsseldorf gesunken

Stickstoffdioxid-Belastung in Düsseldorf gesunken

Projekte des Luftreinhalteplanes greifen

Die Projekte des Luftreinhalteplanes Düsseldorf greifen. Dies zeigen die Luftmesswerte im Hinblick auf die Stickstoffdioxid-Belastung an den Messstellen in Düsseldorf im ersten Halbjahr 2020.

Düsseldorf - Danach ergibt sich, dass nur noch an einer Messstelle, der auf der Merowingerstraße, der Grenzwert mit 41 Mikrogramm je Kubikmeter Luft (µg/m3) im Jahresmittel leicht überschritten wird. Dabei handelt es sich um die Straßenseite, auf der keine Umweltspur eingerichtet wurde. Bei allen anderen Messstationen und -punkten in Düsseldorf wird der Grenzwert dagegen eingehalten.

Zum Vergleich: Im Jahr 2019 wurden in Düsseldorf noch fünf Messstellen mit Grenzwertüberschreitungen des Jahresmittelwertes von 40 /m3 für Stickstoffdioxid (NO2) identifiziert:

- an der Corneliusstraße: 45 µg, 1. Halbjahr 2020: 37 µg
- an der Merowingerstraße: 47 µg, 1. Halbjahr 2020: 41 µg
- an der Bernburgerstraße: 41 µg, 1. Halbjahr 2020: 35 µg
- an der Ludenbergerstraße: 43 µg, 1. Halbjahr 2020: 39 µg und
- an der Kaiserstraße: 41 µg, 1. Halbjahr 2020: 35 µg.

Grundlage der Auswertung für das erste Halbjahr 2020 sind die noch nicht abschließend validierten Messwerte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW sowie Messpunkte, die von der Landeshauptstadt Düsseldorf selbst eingerichtet wurden. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen jedoch, dass ein Halbjahreswert für NO2 einen guten Hinweis auf den endgültigen und maßgeblichen Jahresmittelwert liefert.

Das Umweltamt erwartet, dass die Grenzwerte auch zum Jahresende weitgehend eingehalten werden. Für die Merowingerstraße werde der Grenzwert allenfalls knapp überschritten. Die günstige Entwicklung der Stickstoffdioxidbelastung wird dabei von verschiedenen Faktoren und Rahmenbedingungen beeinflusst.

Faktoren für die Entwicklung der Luftqualität

In erster Linie zu nennen sind die im Luftreinhalteplan aus im Februar 2019 festgeschriebenen Projekte. Seither wird an ihrer Umsetzung gearbeitet. Besonders hervorzuheben sind die Busflottenerneuerung der Rheinbahn, die Einführung der Umweltspuren, der Ausbau des Radwegenetzes sowie auch die Attraktivierung des Angebotes der Rheinbahn oder die Förderung der Elektromobilität. Hinzu kommt der kontinuierliche Fortschritt in der Flotte aller in Düsseldorf fahrenden Kraftfahrzeuge. Das heißt, der Anteil neuer schadstoffärmerer Fahrzeuge am Gesamtbestand nimmt zu, alte Wagen mit höherem Fahrstoffausstoß fallen weg. Das Wetter, insbesondere die Windverhältnisse, aber auch die Corona-Pandemie haben ebenfalls einen Einfluss auf die Luftbelastung.

Einfluss der Corona-Pandemie

Die Vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben nach Einschätzung des Umweltamtes, insbesondere durch die Verringerung des Verkehrsaufkommens und darunter insbesondere die des Autoverkehrs, zu dem guten Ergebnis im ersten Halbjahr beigetragen.

Es wird aber erwartet, dass dieser positive Effekt langfristiger anhält. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben gute Erfahrungen mit mobilem Arbeiten und Homeoffice-Lösungen gesammelt und werden auch nach Bewältigung der Pandemie solche Arbeitsformen weiterhin ermöglichen. Die Industrie- und Handelskammer hat aktuell eine Umfrage zum Homeoffice bei 20.000 Betrieben gestartet, die Ende August zu Ende gegangen ist. Diese wird weiteren Aufschluss darüber geben, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer künftig mit dem Thema umgehen. Ebenso ist davon auszugehen, dass ein Umstieg auf das Fahrrad langfristig und dauerhaft beibehalten wird, da die neu hinzu gekommenen Radler die Vorzüge dieser innerstädtischen Mobilitätsform schätzen gelernt haben.

Einfluss der Umweltspuren

Der genaue Anteil der Umweltspuren am positiven Ergebnis des 1. Halbjahres 2020 lässt sich nicht ermitteln. Die Wirksamkeit der Umweltspuren wurde aber grundsätzlich gutachterlich bestätigt. Demnach liegt ihr Minderungspotenzial für Stickstoffdioxid auf der Prinz-Georg-Straße bei bis zu 2 µg/m³ und auf der Merowingerstraße bei bis zu 4 µg/m³.

Auswirkung auf potenzielle Ausweichrouten

Die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen haben auf Ausweichrouten lufthygienische Messungen mittels Passivsammlern aufgenommen. Die Ergebnisse der Halbjahresbilanz 2020 zeigen, dass keine der wichtigen Ausweichrouten von Grenzwertüberschreitungen für NO2 betroffen ist.


Copyright 2019 © Xity Online GmbH