Steinmeier sieht Coronakrise als "noch längst nicht überwunden" an

Bundespräsident: "Könnten sehr viel weiter sein"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Corona-Pandemie noch lange nicht für überwunden.

Berlin - "In diesem Herbst 2021 müssen wir erkennen, dass wir diese Krise noch längst nicht überwunden haben", sagte Steinmeier am Mittwoch anlässlich der Eröffnung des 13. Seniorentags in Hannover. "Wir könnten sehr viel weiter sein -das ist eine bittere, aber, wie ich finde, sehr notwendige Erkenntnis."

Die Lage in Deutschland spitze sich Tag für Tag zu. In einigen Teilen des Landes sei die Pandemie "außer Kontrolle geraten". Voraussichtlich noch in dieser Woche sei das hunderttausendste Todesopfer zu beklagen. Das sei nicht nur eine "unfassbare Zahl", sondern auch eine "menschliche Katastrophe", sagte Steinmeier laut Redetext.

Hinter jedem Todesopfer stehe ein Schicksal. "Wir können und wir dürfen davor als Gesellschaft nicht die Augen verschließen", forderte Steinmeier. Die Gesellschaft müsse erkennen, dass es in der Pandemie um Leben und Tod gehe.

Ältere seien durch die Isolation hart getroffen worden. Manchmal habe diese bis in den Tod gereicht. "Viele sind in Krankenhäusern und Heimen einsam gestorben, ohne dass sie ihre Liebsten noch einmal sehen konnten", sagte Steinmeier.

Er erneuerte seinen Aufruf, sich impfen zu lassen. "Unser Land müsste nicht so hart von der vierten Welle getroffen werden." Das Mittel, um sich vor einem schweren oder tödlichen Verlauf der Krankheit zu schützen, sei da. "Aber zu wenige haben bisher davon Gebrauch gemacht", kritisierte Steinmeier.

(xity, AFP)