Steinmeier: "Haben Ebola unterschätzt"

Gröhe hofft auf mehr freiwillige Helfer

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat eingeräumt, dass das Ausmaß der Ebola-Epidemie unterschätzt worden ist.

Berlin - "Wir alle haben die katastrophalen Folgen von Ebola unterschätzt", sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag". Jetzt beginne die "Aufholjagd". Der Minister zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Epidemie besiegt werde. Deutschland und Europa rief er zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen die Seuche auf. Das Thema solle Priorität beim nächsten EU-Außenministertreffen haben.

Der Koordinator der Ebola-Hilfen der Bundesregierung, Walter Lindner, sagte vor seiner Reise nach Westafrika, der Höhepunkt der Epidemie sei noch nicht erreicht. Wenn alles gut laufe, könnte die Verbreitung von Ebola noch in diesem Jahr unter Kontrolle gebracht werden, sagte Linder dem Blatt. Zugleich dämpfte er Erwartungen, Deutschland könne in größerer Zahl Infizierte aus Afrika aufnehmen. Dies könne nur in Einzelfällen geleistet werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hofft derweil auf mehr freiwillige Helfer für Westafrika. Die Region brauche "Hilfe bei der Schaffung weiterer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten", sagte Gröhe der "Welt am Sonntag".

(xity, AFP)