11.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Steinmeier fordert Fifa zu grundlegendem Neuanfang auf

Steinmeier fordert Fifa zu grundlegendem Neuanfang auf

Grüne und FDP favorisieren neuen Fußball-Weltverband

Angesichts des Korruptionsskandals beim Weltfußball-Verband Fifa hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Organisation zu einem grundlegenden Neustart aufgefordert.

Berlin - Fußball stehe für eine universelle Sprache, die Menschen aus aller Welt begeistere und zusammenbringe, sagte Steinmeier der "Welt am Sonntag". "Ich habe ernste Zweifel, ob die Fifa ohne einen klaren Neuanfang dieser großen Aufgabe gewachsen ist."

Steinmeier kritisierte, zwischen den Machenschaften von Verbandsfunktionären und "den vielen Spielern, Trainern, Betreuern, Eltern, Schiedsrichtern und anderen, die Woche für Woche mit Herzblut dafür sorgen, dass der Fußball lebt", habe sich eine Kluft aufgetan, die "könnte nicht größer nicht sein". Mit Blick auf den aktuellen Fifa-Kongress in der Schweiz fügte er hinzu: "Der Fußball als Ganzes hat in Zürich eine bittere Niederlage erlitten."

In Zürich war Fifa-Präsident Sepp Blatter ungeachtet der Korruptionsaffäre, in die der Verband verstrickt ist, am Freitag als Verbandspräsident wiedergewählt worden. Im Zuge von US-Ermittlungen waren vergangene Woche sieben ranghohe Fifa-Funktionäre von der Schweizer Polizei festgenommen worden. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem wegen Unregelmäßigkeiten bei den WM-Vergaben an Russland für das Jahr 2018 und Katar für 2022.

Der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP) forderte die europäischen Fußballverbände in der "Welt am Sonntag" auf, die Fifa zu verlassen und einen neuen Weltfußballverband zu gründen. "Die stärksten Verbände mit den besten Mannschaften sollten sich zu einer 'World Football Association' zusammenschließen, die eigene Weltmeisterschaften veranstalte. Den Kern des neuen Verbandes könnten zunächst Deutschland, England, Spanien, Frankreich und Italien bilden. "Wenn dann noch Argentinien und Brasilien mitmachen, ist die Blatter-Fifa sportlich und wirtschaftlich am Ende."

Auch Grünen-Chefin Simone Peter forderte dazu auf, die Gründung eines neuen, alternativen Fußball-Weltverbands in Betracht zu ziehen: "Wenn die Fifa nicht vom Kopf auf die Füße gestellt werden kann, wäre auch die Gründung eines neuen Fußball-Weltverbands denkbar, der den Sport in den Vordergrund stellt" und sicherstelle, "dass Korruption und Geldwäscherei zukünftig ausgeschlossen sind", sagte Peter ebenfalls der "WamS".

(xity, AFP)


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