Stagnation auf dem Arbeitsmarkt

Chancen auf dem Ausbildungsmarkt steigen

Die Chancen, im Sommer eine Ausbildung beginnen zu können, sind für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen – trotz der Corona-Pandemie – gut.

Mönchengladbach - Der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss sind seit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober 2020 bereits 2.701 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Dazu stellt Susanne Käser als Geschäftsführerin Operativ in einer Halbjahresbilanz der Arbeitsagentur fest: "Verglichen mit dem März vor einem Jahr ist das Stellenangebot nahezu identisch. Das bedeutet, die Unternehmen machen das, wofür die Partner im Ausbildungskonsens geworben haben: Sie versorgen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie junge Menschen mit Ausbildungsplätzen und Berufsperspektiven, und zugleich sichern sie die eigene Fachkräftezukunft."

Jetzt gelte es, das betont Bereichsleiterin Claudia Kamper nicht ohne Grund, diese Chance zu ergreifen: "Aktuell liegt mit 3.577 die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber noch ein gutes Stück unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Zur Halbjahresbilanz des Ausbildungsmarktes lautet deshalb unser dringender Appell an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss: Jetzt unsere Berufsberatung kontaktieren, jetzt bewerben und jetzt eine Ausbildungsstelle sichern." In den Osterferien bietet die Agentur für Arbeit täglich Video-Sprechstunden für Eltern mit Kindern an, die aktuell einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen. Gebucht werden können diese per E-Mail (mit zwei Terminvorschlägen) an moenchengladbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de und neuss.berufsberatung@arbeitsagentur.de. Versorgt mit einer Ausbildungsstelle oder einer Alternative sind bereits 1.575 junge Menschen.

Der Arbeitsmarkt verharrt im März infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem Niveau des Vormonats. Die Arbeitslosenquoten für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss stagnieren. "Dies ist in der aktuellen Situation mit einem anhaltenden Lockdown als positives Signal zu werten", sagt Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. "In absoluten Zahlen hatten wir bei den Arbeitslosen im März einen leichten Rückgang um 266 Männer und Frauen, die Unterbeschäftigung reduzierte sich um 300 Personen, die Anzahl der Teilnehmer an Maßnahmen wie Umschulungen und Qualifizierungen stieg leicht, und trotz allem ging die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen nicht weiter zurück." Gleichwohl gilt laut Susanne Käser weiterhin, "dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr hoch und der Einsatz der Kurzarbeit unabdingbar ist, um für Angestellte wie Unternehmer die wirtschaftlichen und sozialen Härten der Corona-Pandemie abzumildern".

Vertiefter Blick auf die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Mönchengladbach

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März 2021 im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach um 0,9 Prozent gesunken. Sie liegt um 266 Personen unter dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 30.320 Frauen und Männer in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Verglichen mit März 2020 sind das jedoch 5.711 Personen mehr (+23,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte im März 2021 bei 7,9 Prozent. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im März des Vorjahres (März 2020: 6,4 Prozent). Mit aktuell 12.653 Personen hat die Zahl derjenigen, die ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Februar 2021 um 327 Frauen und Männer zugenommen (+2,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich bei den Langzeitarbeitslosen ein Anstieg von 3.993 Personen (+46,1 Prozent).

Im März 2021 sind in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 2.657 Arbeitslose unter 25 Jahre registriert worden, 116 weniger als im Februar 2021 (-4,2 Prozent) und 566 mehr als vor einem Jahr (+27,1 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit hat aktuell einen Anteil von 8,8 Prozent an den gesamten Arbeitslosen im Agenturbezirk.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, erhöhte sich im aktuellen Berichtsmonat leicht um 6 Männer und Frauen (+0,1 Prozent) auf 9.714 Personen. Im Vergleich zum März 2020 gab es einen Anstieg um 1.987 Personen (+25,7 Prozent). Die Gruppe der arbeitslosen älteren Menschen macht momentan knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach aus (32,0 Prozent).

Neue Daten liefert die aktuelle Arbeitsmarktstatistik auch zur Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss, wenngleich diese die Zeit zwischen dem ersten coronabedingten Lockdown im Frühjahr 2020 und dem zweiten Lockdown seit Winter 2020 betreffen (Stichtag 30. September 2020). Registriert wurden 255.254 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, -615 Personen oder -0,2 Prozent zum Vorjahresquartal. Mönchengladbach kam im September 2020 auf 101.971 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (-1.238 Personen oder -1,2 Prozent zum Vorjahresquartal) und der Rhein-Kreis Neuss auf einen neuen Höchstwert von 153.283 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (+623 Personen oder +0,4 Prozent zum Vorjahresquartal).

Arbeitsmarkt in den Gebietskörperschaften

In der Stadt Mönchengladbach ist die Zahl der Arbeitslosen im März 2021 auf 15.276 Frauen und Männer zurückgegangen. Das sind 111 Personen weniger als im Vormonat (-0,7 Prozent), aber 2.892 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+23,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte in Mönchengladbach im März bei 10,9 Prozent. Sie liegt um 2,1 Prozentpunkte über März 2020 (8,8 Prozent). Auf 15.044 Menschen ist im März 2021 im Rhein-Kreis Neuss die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Das sind 155 Personen weniger als im Vormonat (-1,0 Prozent), jedoch 2.819 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+23,1 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss beträgt wie in den beiden Vormonaten 6,2 Prozent. Das sind 1,2 Prozentpunkte mehr als im März 2020 (5,0 Prozent).

Aufgrund der geringen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet nur wenig. In der Geschäftsstelle Dormagen sank die Arbeitslosenquote im März 2021 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent (März 2020: 4,6 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich sank die Arbeitslosenquote im März 2021 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent (März 2020: 4,5 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss stagnierte die Arbeitslosenquote im März 2021 bei 6,6 Prozent (März 2020: 5,4 Prozent). Registriert wurden aktuell 2.037 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.108 in Grevenbroich, 527 in Jüchen, 1.127 in Kaarst, 679 in Korschenbroich, 1.495 in Meerbusch, 6.796 in Neuss und 275 in Rommerskirchen.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

1.076 neue offene Stellen meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im März 2021. Das sind 7 mehr als im Vormonat (+0,7 Prozent) und 48 mehr als vor einem Jahr (+4,7 Prozent). 1.063 der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig. 908 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen. Zum Monatsende gibt es mit 4.101 freien Arbeitsstellen im Bestand 42 weniger als im Februar 2021 (-1,0 Prozent) und 1.061 weniger als im Vorjahresmonat (-20,6 Prozent). 4.020 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 3.647 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen. Gesucht werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (783 Stellen im Bestand), in Verkehr und Logistik (849 Stellen im Bestand) sowie im Bereich von Gesundheit, Sozialem, Lehre und Erziehung (901 Stellen im Bestand). Eine Steigerung zum Vormonat hat es im März 2021 außerdem im Bereich von Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik gegeben (+30 Stellen auf 408 Stellen im Bestand).

1.415 Personen konnten im März 2021 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Das waren 86 Männer und Frauen mehr als im Februar 2021 (+6,5 Prozent) und 46 weniger als im März des Vorjahres (-3,1 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im März 1.538 Männer und Frauen. Das waren 253 Personen oder 14,1 Prozent weniger als im Februar 2021 und ebenfalls 253 weniger als im März des vergangenen Jahres (-14,1 Prozent).

Unterbeschäftigung und Qualifizierungen

Im Agenturbezirk Mönchengladbach waren 38.638 Frauen und Männer im März 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 300 Personen weniger als im Vormonat (-0,8 Prozent). Die Anzahl der Maßnahmenteilnehmer stieg im Berichtsmonat auf 6.782 (+80 Personen/+1,2 Prozent zum Vormonat). In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen jene Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Anpassungen, Fortbildungen und Umschulungen, die von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach derzeit besonders gefördert werden. Beraten wird dazu unter den Rufnummern 02161 / 404 99 00 und 0800 / 455 55 00. Einen Überblick über die Maßnahmen gibt es unter www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs.

19.460 Personen waren in der Stadt Mönchengladbach im März 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Dies sind 78 Frauen und Männer weniger als im Februar (-0,4 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.489 Personen teil. Das sind 29 mehr als im Vormonat (+0,8 Prozent). Im Rhein-Kreis Neuss waren 19.179 Personen im März 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 221 Frauen und Männer weniger als im Vormonat (-1,1 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.293 Männer und Frauen teil. Das sind 51 mehr als im Vormonat (+1,6 Prozent).

Entwicklung der angezeigten und realisierten Kurzarbeit

Für Oktober 2020 rechneten mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach 1.987 Betriebe Kurzarbeit für 13.922 Angestellte ab. Davon entfielen nach neu vorliegenden Zahlen 694 Betriebe und 4.850 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 1.292 Betriebe und 9.072 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für November 2020 rechneten laut erster Hochrechnung im Agenturbezirk 2.472 Betriebe für 14.985 Angestellte Kurzarbeit ab; die Werte für die Gebietskörperschaften liegen zum nächsten Arbeitsmarktbericht vor. Der bis dahin erreichte Höchstwert war im April 2020 registriert worden. Damals rechneten 4.742 Betriebe mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach Kurzarbeit für 37.454 Angestellte ab. Davon entfielen 1.663 Betriebe und 14.519 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 3.079 Betriebe und 22.935 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss.

Die Zahl der neuen oder erneuten Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist in den vergangenen Wochen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Im März 2021 (Stichtag 25. März 2021) sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 125 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 1.356 Personen neu oder erneut angemeldet worden (Februar 2021: 348 Anzeigen für bis zu 2.965 Personen).

Zu beachten ist an diesen Werten: Erstens wurde die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld für Betriebe, die schon vor dem 31. Dezember 2020 in Kurzarbeit gegangen sind, auf maximal 24 Monate verlängert. Dies macht allerdings eine erneute Anzeige des Arbeitgebers bei der Arbeitsagentur erforderlich. Zweitens ist es nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen benannte Person tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben. Dafür haben sie drei Monate Zeit. Beratung zur Kurzarbeit für Arbeitgeber gibt es unter der Hotline 0800 / 455 55 20, Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr.

Halbjahresbilanz des regionalen Ausbildungsmarktes

2.701 Ausbildungsstellen hat der Arbeitgeber-Service für den Agenturbezirk Mönchengladbach seit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober 2020 eingeworben. Das sind 13 Stellen weniger als im Vorjahr (März 2020: 2.714). Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber hat sich im März 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 471 auf 3.577 verringert (März 2020: 4.048). Auf jede Bewerberin und jeden Bewerber kommen derzeit 0,76 Ausbildungsstellen. Mit einer Ausbildungsstelle oder einer Alternative versorgt sind bereits 1.575 junge Menschen (März 2020: 1.707).

In der Stadt Mönchengladbach sind seit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober 2020 1.217 Ausbildungsplätze gemeldet worden. Das sind 81 weniger als im Vorjahr (März 2020: 1.298). Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber lag im März 2021 mit 1.624 Personen um 50 niedriger als im Vorjahr (März 2020: 1.674). Auf jede Bewerberin und jeden Bewerber kommen derzeit 0,75 Ausbildungsstellen. Versorgt mit einer Ausbildungsstelle oder Alternative sind bereits 678 junge Menschen aus Mönchengladbach (März 2020: 646).

Im Rhein-Kreis Neuss sind seit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober 2020 1.484 Ausbildungsplätze gemeldet worden. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 68 Stellen mehr (März 2020: 1.416). Bisher haben sich 1.953 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Das sind 421 weniger als im Vorjahr (März 2020: 2.374). Auf jede Bewerberin und jeden Bewerber kommen derzeit 0,76 Ausbildungsstellen. Mit einer Ausbildungsstelle oder einer Alternative versorgt sind bereits 897 junge Menschen aus dem Rhein-Kreis Neuss (März 2020: 1.061).

Wer eine allgemeine Berufsberatung zu Ausbildung oder Studium wünscht, der schickt eine E-Mail mit telefonischen Kontaktdaten an moenchengladbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de (Wohnort Mönchengladbach) oder neuss.berufsberatung@arbeitsagentur.de (Wohnort Neuss). Erreichbar ist die Berufsberatung der Arbeitsagentur Mönchengladbach auch unter 02161 / 404 25 00 (Mönchengladbach) und 02131 / 954 25 00 (Rhein-Kreis Neuss), immer Montag bis Donnerstag von 10:00 bis 15:00 Uhr oder Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr.