Stadtführung durch Düsseldorfs "Little Tokyo"

Japanische Kultur in der Landeshauptstadt

Düsseldorf ist die unangefochtene Hauptstadt Japans in Deutschland und Heimat von fast 8.000 Japanern.

Düsseldorf - Seit den 1950er Jahren hat sich das Stadtviertel rund um die Immermannstraße zu einem echten Zentrum der japanischen Wirtschaft und Kultur entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Japan eine große Nachfrage nach Maschinen und Produkten der Schwerindustrie und Düsseldorf war als „Schreibtisch des Ruhrgebiets“ ideal gelegen. Die Community wuchs in den folgenden Jahrzehnten rasant.

Die japanischen Familien finden hier eine komplette Infrastruktur mit Supermärkten, Buchhandlungen und ausgezeichneten Restaurants vor, die das Viertel auch zu einem touristischen Anziehungspunkt für Japan-Fans aus aller Welt machen. Die neue Führung „Sushi, Sake & japanischer Lifestyle“ nimmt die Gäste jeden zweiten Samstag mit auf eine Entdeckungsreise durch das Viertel mit vielen Informationen und kulinarischen Kostproben.

Startort der 14-tägig stattfindenden Führung (jeden zweiten Samstag 10.30 bis 12.30 Uhr) wird stets das Hotel Nikko sein. Denn hier im Innenhof des Deutsch-Japanischen Centers ist eine Bronzetafel in Erinnerung an den Düsseldorfer Unternehmer Louis Kniffler angebracht, der bereits vor mehr als 150 Jahren Handelsverbindungen mit dem damals abgeschotteten Japan knüpfte. An den Restaurants und Geschäften der Immermannstraße entlang führt der Weg dann zu einer Sake-Verkostung im Kyoto. Die große kulturelle Bedeutung des traditionellen Reisweins ist hier ein Thema sowie die praktische Information, dass man Sake im Winter warm und im Sommer kalt genießt.

Eine Tee-Verkostung im ANMO ART/CHA (Bendemannstraße) ist der nächste Stopp und eine Phase der Ruhe. Hier wird von einer Teemeisterin vorgeführt, welche Sorgfalt und Mühe die Zubereitung Grünen Tees erfordert und wie groß die Vielfalt allein bei dieser Sorte ist.

Die Klosterstraße ist die „Washoku-Meile“ in Düsseldorf. So bezeichnet man die traditionelle japanische Küche. „Wa“ steht für „Japan“ und „Shoku“ für Essen. In der Klosterstraße reiht sich ein japanisches Restaurant an das andere. Ob zum Mittagessen mit Kollegen oder um abends den Tag ausklingen zu lassen – die authentische Küche der Heimat lockt Düsseldorfs Japaner Tag für Tag auf diese Meile. Zahlreiche Infos zu den Charakteristika der einzelnen Restaurants auf der Klosterstraße werden vermittelt. So lernen die Gäste unter anderem, dass „Gyoza“ japanische Maultauschen sind, „Ramen“ (-Nudeln) in Japan zur Kategorie Fastfood gehören und  eine „Izakaya“ das Pendant zur deutschen Kneipe ist. Zurück auf der Immermannstraße folgt ein Stopp im Lebensmittelgeschäft Daeyang. Hier kaufen die Japaner ihren Reis: und zwar nicht in verpönten Kochbeuteln, sondern in 5 oder 10 kg schweren Säcken.

In der „Bakery My Heart“ geht es um Japans Brotkultur. Der wohl auffälligste Unterschied zu Deutschland: Die Brötchen haben häufig eine weiche Kruste und sind zum Teil mit süßen Sojabohnen (Anko), Matcha oder Curry gefüllt. Ein Klassiker ist eine weiche Brotsorte, die optisch an Melonen erinnert und deshalb Melon Pan heißt. Sushi steht wohl wie kaum ein anderes Essen für japanische Kulinarik und darf bei einer Führung durch Little Tokyo natürlich auch nicht fehlen. Am Ende der Tour kann man es im Maruyasu in den Schadow Arkaden probieren. Unternehmensgründer Akio Ando kam 1965 zunächst als Bergmann nach Deutschland, bevor er 30 Jahre später sein erstes Sushi-Restaurant eröffnete.