23.07.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Staatssekretär verteidigt Lebensversicherungs-Reform

Staatssekretär verteidigt Lebensversicherungs-Reform

Billen: Verbraucher sollen Garantiezins auch erhalten

Der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Gerd Billen, hat die geplante Reform der Lebensversicherungen verteidigt.

Berlin - "Das Gros der Verbraucher wird Vorteile haben", sagte der ehemalige Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) im ARD-"Morgenmagazin". Ziel der Reform sei es, "dafür zu sorgen, dass alle den Garantiezins erhalten, auf den sie sich eingestellt haben".

Bei Versicherten, deren Verträge in den nächsten drei, vier Jahren ausliefen, würden einige weniger bekommen, als sie erhofft hätten, räumte Billen ein. Die geplante geringere Beteiligung an den Bewertungsreserven könne "bis zu drei, vier, fünf Prozent der Summe ausmachen". "Eine ganz schöne Sache ist das nicht, das gebe ich zu", sagte Billen. Die Regierung müsse aber dafür sorgen, dass auch Versicherungsnehmer, deren Verträge erst in zehn Jahren ausliefen, den Garantiezins bekämen.

Bei der geplanten Reform müssten aber auch die Versicherungsunternehmen ihren Beitrag leisten, betonte der Staatssekretär. Die Finanzaufsicht Bafin werde mit neuen Befugnissen ausgestattet, so dass sie die Unternehmen "genau unter die Lupe nehmen" könne. "Denn es ist völlig klar - den Kunden hohe Versprechungen abzugeben und sie am Ende nicht halten zu können, das ist nicht in Ordnung".

Zudem sei eine Ausschüttungssperre für die Unternehmen geplant. "Aktionäre dürfen nicht weiter mit Gewinnen überhäuft werden, wenn die Unternehmen Probleme haben, ihre Zusagen einzuhalten."

"Wir versuchen es mit einem ausgewogenen Paket", sagte Billen. Die Regierung habe abwägen müssen: "Tut man was für alle, oder muss eine kleinere Gruppe ein Stück zurückstecken?"

Am Vormittag befasst sich das Bundeskabinett mit der geplanten Reform. Diese sieht auch eine Senkung des Höchstrechnungszinses, umgangssprachlich Garantiezins genannt, vor: Er soll zum 1. Januar 2015 von 1,75 auf 1,25 Prozent gesenkt werden.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH