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Staatsanwaltschaft holt weiteres Gutachten zu Loveparade-Unglück ein

Behörde will Weg für Strafverfahren ebnen

Im Tauziehen um den vorerst geplatzten Strafprozess nach der Loveparade-Katastrophe legt die Staatsanwaltschaft Duisburg nach.

Duisburg - Die Strafverfolger wollen ein weiteres Sachverständigengutachten einholen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Dadurch werde sichergestellt, "dass der Weg der notwendigen juristischen Aufarbeitung der Loveparade-Tragödie in einer öffentlichen Hauptverhandlung so schnell wie möglich beschritten werden kann", erklärte eine Sprecherin.

Das Duisburger Landgericht hatte Anfang April die Anklagen der Staatsanwaltschaft gegen zehn mutmaßlich Verantwortliche für die Katastrophe zurückgewiesen und das Hauptverfahren nicht eröffnet. Die von der Staatsanwaltschaft vorlegten Beweise reichten nicht aus, um einen hinreichenden Tatverdacht zu begründen, befand das Landgericht.

Die zurückgewiesenen Anklagen stützten sich wesentlich auf ein Gutachten des britischen Sachverständigen Keith Still zu dem tödlichen Gedränge, bei dem am 24. Juli 2010 am Zugang zum Loveparade-Gelände nahe dem früheren Duisburger Güterbahnhof 21 Menschen gestorben und mehrere hundert verletzt worden waren. Stills Gutachten bezeichnete das Landgericht jedoch wegen "schwerwiegender inhaltlicher und methodischer Mängel" als "nicht verwertbar".

Gegen den Beschluss der Duisburger Richter legte die Staatsanwaltschaft sofortige Beschwerde ein, über die demnächst als letzte Instanz das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entscheiden muss. Die Duisburger Staatsanwaltschaft begründete die nun geplante Einholung eines weiteren Gutachtens mit der Ablehnung von Stills Expertise. Gespräche mit möglichen Gutachtern seien bereits abgeschlossen.

Zugleich äußerte sich die Staatsanwaltschaft überzeugt, dass die Erteilung des Auftrags für ein neues Gutachten dem weiteren Fortgang des Beschwerdeverfahrens nicht entgegen stehe. Zur Begründung verwies die Strafverfolgungsbehörde darauf, dass aus ihrer Sicht "bereits auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Beweismittel die Voraussetzungen für die Eröffnung des Hauptverfahrens gegeben" seien.

(xity, AFP)


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