24.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Staatsanwalt prüft Mobbingvorwürfe gegen Kölner SEK

Staatsanwalt prüft Mobbingvorwürfe gegen Kölner SEK

Polizist angeblich von Kollegen gefesselt

Gegen ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Kölner Polizei sind Vorwürfe wegen angeblich demütigender Aufnahmerituale laut geworden.

Köln - Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, prüft die Behörde einen möglichen Mobbingverdacht gegen Beamte. Nach übereinstimmenden Berichten regionaler Medien soll ein Polizist von Kollegen schikaniert und unter anderem gegen seinen Willen festgebunden worden sein. Ein förmliches Ermittlungsverfahren leitete die Staatsanwaltschaft allerdings noch nicht ein.

Das SEK war zuvor bereits wegen Bildern aus einem Polizeihubschrauber in die Schlagzeilen geraten, die Polizisten angeblich bei einer Höhenübung auf dem Pylon einer Kölner Rheinbrücke zeigen. In Wahrheit sollen die Bilder jedoch aus privaten Gründen angefertigt worden sein. Auch dieser Fall wird von der Staatsanwaltschaft überprüft, wie der Sprecher sagte.

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers sprach von "gravierenden Vorwürfen", die vollständig aufgeklärt werden müssten. "Wer gegen die Grundprinzipien der Polizei Köln verstößt muss mit weitreichenden, disziplinarrechtlichen Konsequenzen rechnen", erklärte Albers. "Ich werde nicht akzeptieren, dass ein Polizeihubschrauber für private Fotos genutzt wird oder Kollegen beim SEK gedemütigt und erniedrigt werden."

Zugleich bedankte sich Albers bei einem Beamten, der die Missstände bei dem SEK offenbart habe. So sei es den Ermittlungsbehörden möglich, die Täter zu überführen und zukünftig Polizisten vor demütigenden Aufnahmeritualen zu schützen.

"Das betroffene SEK hat offensichtlich ein falsches Verständnis von den Grundwerten unserer Gesellschaft", kritisierte Albers. Jeder Polizist verpflichte sich mit seinem Diensteid auf Recht und Gesetz. Dazu gehöre auch, dass Polizisten die Menschenwürde ihrer Kollegen achten und schützen.

(xity, AFP)


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